Der online Opernführer zu COSI FAN TUTTE
Lernen Sie die Handlung der Oper COSI FAN TUTTE von Wolfgang Amadeus Mozart kennen. In einem 4-Minuten Film erfahren Sie die wesentlichsten Handlungen. Angereichert mit Libretto, Rollenbeschreibungen und informativen Grafiken.
ÜBERBLICK & DIREKTZUGRIFF
Inhalt
♪ Handlung in 4 minutes - YouTube Video
♪ Link zum Opern-Portrait (mit interessanten Informationen, und Youtube Videos)
Libretto
♪ Akt I (The Wett-Szene, Die Abschieds-Szene)
♪ Akt II (Die Maskerade-Szene/ Hochzeits-Szene)
Die Handlung von COSI FAN TUTTE in 4 Minuten
Das Opern-Portrait von COSI FAN TUTTE
Die Handlung in geschriebenen Worten von COSI FAN TUTTE
Die Personen
Don Alfonso, Alter Philosoph
Guglielmo, Offizier
Ferrando, Offizier
Fiordiligi, Dame aus Ferrara, Schwester der Dorabella
Dorabella, Dame aus Ferrara, Schwester der Fiordiligi
Despina, Kammerzofe der Damen
Die Handlung
Guglielmo und Ferrando, zwei Offiziere des Neapolitanischen Heeres, befinden sich im Kaffeehaus. Am Tisch mit Ihnen sitzt der alte Philosoph Don Alfonso. Die beiden jungen Männer schwärmen von ihren Verlobten und besingen deren Tugenden und Treue zu Ihnen. Don Alfonso, durch das Leben zynisch geworden , behauptet, kein Mädchen sei ewig treu. Die beiden jungen Männer sind entrüstet und fordern ein Duell. Alfonso bietet ihnen eine Wette an, sie müssen ihm lediglich einen Tag gewähren. Guglielmo und Ferrando gehen darauf ein.
Die beiden Schwestern Dorabella und Fiordiligi, sind im Garten. Sie schwärmen von Ihren Verlobten und malen sich schon die Hochzeit aus. Da tritt Don Alfonso zu den Damen und teilt Ihnen noch unter Schock die schreckliche Nachricht mit, dass Ihre Verlobten in den Krieg ziehen müssen. Guglielmo und Ferrando treten hinzu. Die beiden Frauen sind untröstlich und wollen sterben. Triumphierend machen die beiden Männer Don Alfonso Zeichen. Don Alfonso amüsiert sich köstlich. Die beiden Offiziere verabschieden sich von ihren Verlobten.
Don Alfonso besticht die Haushälterin Despina, damit sie beim Spiel mitmacht. Schon treten Ferrando und Guglielmo als Albaner verkleidet ein und schwärmen von den beiden schönen Damen. Fiordiligi und Dorabella sind entrüstet und wollen die beiden Fremden aus dem Haus werfen. Da kommt Alfonso die Idee, die beiden als alte Bekannte zu begrüßen. Doch Fiordiligi erklärt ihr Herz sei fest wie ein Felsen.
Guglielmo versucht es bei Dorabella, hat aber mit seinen Avancen bei ihr keinen Erfolg. Die beiden Männer triumphieren, ob der Standfestigkeit ihrer Verlobten.
Don Alfonso und Despina geben nicht auf. Dem Philosophen kommt eine Idee: Die beiden Albaner geben vor, aus Verzweiflung ob der unerwiderten Liebe Gift zu nehmen. Vor den Augen der Frauen schlucken sie Arsen. Die herbeigerufene Despinetta, verkleidet als Arzt, rettet die beiden. Dieser Selbstmordversuch rührt die beiden Frauen, doch sie sind (noch) nicht bereit, den Kuss der geretteten Männer entgegenzunehmen.
Despina ist mit den beiden Frauen im Zimmer und erklärt, wie man Männer um den Finger wickelt. Dorabella, bereits wankelmütig, sieht keinen Treuebruch, wenn man sich lediglich etwas amüsiert, statt aus Langeweile zu sterben. Schnell zeigt sich, dass beide bereits ihren Favoriten haben
Im Garten geben die beiden Männer ihren Angebetenen eine Serenade. Dorabella erwischt es als erste. Guglielmos Werben zeitigt Wirkung, und still bedauert er seinen Freund Ferrando.
Auch Ferrando versucht sein Glück. Doch Fiordiligi bleibt standhaft. Guglielmo konnte bei Dorabella Ferrandos Amulett mit dem seinigen austauschen und ist hocherfreut über die Standfestigkeit seiner Fiordiligi. Ferrando ist am Boden zerstört. Eifersucht und Rachsucht zerfressen ihn. Mittlerweile gesteht Fiordiligi Dorabella, dass sie sich verliebt hat. Sie will aber dessen ungeachtet standhaft bleiben. Doch beim nächsten Zusammentreffen wird auch sie schwach, als Ferrando vorgibt, sich mit dem Dolch umbringen zu wollen. Sie gibt sich schließlich Ferrando hin. Dieses Mal ist es an Guglielmo sich über seine Verlobte zu ärgern. Einer Heirat steht nun nichts im Wege. Alfonso arrangiert eine Doppeltrauung mit Despina verkleidet als Notar. Kaum ist die Tinte unter dem Ehevertrag trocken, kündigt sich die überraschende Ankunft der Offiziere an. Die beiden Frauen müssen nun beschämt den Eintreffenden alles gestehen. Guglielmo und Ferrando lösen die Maskerade auf. Die Frauen verlieren beinahe den Verstand. Don Alfonso streicht das Geld ein und versöhnt die klüger gewordenen Ehepaare.
Das Libretto
COSI FAN TUTTE AKT I
| Erste Szene Ein Kaffeehaus Nr. 1. Trio FERRANDO GUGLIELMO DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO DON ALFONSO |
| FERRANDO, GUGLIELMO Doch, doch, wir verlangen’s, sonst zieht Euren Degen. Die Freundschaft ist aus.DON ALFONSO (beiseite) Welch töricht Begehren! Die Wahrheit zu hören, ist immer bedenklich, erfreulich wohl nie.FERRANDO, GUGLIELMO (beiseite) Der rührt mir ans Leben, der waget, nur leise ein Wörtchen zu sprechen, beleidigend für sie.Rezitativ GUGLIELMO DON ALFONSO FERRANDO DON ALFONSO FERRANDO |
| DON ALFONSO Und ich schwöre bei Erde; ich scherze nicht, meine Freunde. Nur möcht ich gern wissen, zu welcher Art von Tierchen Ihr Eure Schönen zählet, ob sie, so wie wir anderen, von Fleisch, Bein und Blut sind, ob sie essen wie wir, ob sie trinken, kurz, ob es Engel, ob’s Frauen sind.FERRANDO, GUGLIELMO Ja, Frauen: Doch so treue, so treue!DON ALFONSO Wie, sie sind nichts als Frauen und dabei auch noch treu? Glücklich, wer daran glaubt, bei meiner Treu!Nr. 2. Trio DON ALFONSO FERRANDO GUGLIELMO DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO |
| Rezitativ DON ALFONSO GUGLIELMO DON ALFONSO FERRANDO GUGLIELMO FERRANDO GUGLIELMO FERRANDO DON ALFONSO |
| FERRANDO Zum Teufel hört, uns zu verspotten.DON ALFONSO Nur ruhig: Und wenn ich’s Euch handgreiflich heute beweise, daß sie wie alle andern?GUGLIELMO Das kann nicht sein.FERRANDO Niemals! DON ALFONSO FERRANDO DON ALFONSO GUGLIELMO DON ALFONSO FERRANDO GUGLIELMO (zu Ferrando) |
| Nr. 3. Trio FERRANDO GUGLIELMO DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO ALLE DREI |
| Zweite Szene Garten am Strand Nr. 4. Duett FIORDILIGI DORABELLA FIORDILIGI DORABELLA FIORDILIGI, DORABELLA Rezitativ FIORDILIGI FIORDILIGI |
| DORABELLA Nein, sie sind’s nicht, es ist Alfonso, ihr alter Freund.FIORDILIGI Willkommen, Signor Don Alfonso.DON ALFONSO Meine Damen.DORABELLA Was gibt’s, warum allein denn? Ihr seid traurig, um Himmels willen sagt: Was ist geschehen? Mein Bräutigam… FIORDILIGI DON ALFONSO Nr. 5. Arie DON ALFONSO |
| Rezitativ FIORDILIGI DON ALFONSO FIORDILIGI, DORABELLA DON ALFONSO DORABELLA DON ALFONSO Nr. 6. Quintett GUGLIELMO FERRANDO |
| DON ALFONSO Droht das Schicksal so grauenvoll, muß der Held Mut bewahren.FIORDILIGI. DORABELLA Nun, da alles wir erfahren, müßt Ihr uns die Gunst erweisen, habt den Mut denn, ergreift dies Eisen und durchbohret uns das Herz.FERRANDO, GUGLIELMO O Geliebte, dem Schicksal zürne, das mich grausam trennt von dir.DORABELLA Nein, o nein, du darfst nicht gehen … FIORDILIGI DORABELLA FIORDILIGI FERRANDO (beiseite zu Don Alfonso) GUGLIELMO (beiseite zu Don Alfonso) |
| DON ALFONSO (beiseite) Sachte, sachte, liebe Freunde: finem lauda!ALLE So zerstört des Schicksals Walten alle Freuden, alles Hoffen, ach, wem bleibt, so hart getroffen, wem bleibt da das Leben wert?DORABELLA Nein, o nein, du darfst nicht gehen …FIORDILIGI Scheiden kann ich dich nicht sehen … DORABELLA FIORDILIGI FERRANDO (beiseite zu Don Alfonso) GUGLIELMO (beiseite zu Don Alfonso) DON ALFONSO (beiseite) ALLE |
| Rezitativ GUGLIELMO FERRANDO DON ALFONSO FIORDILIGI DORABELLA FIORDILIGI DORABELLA FERRANDO, GUGLIELMO |
| Nr. 7 Duett FERRANDO, GUGLIELMO Rezitativ DON ALFONSO (beiseite) FERRANDO DON ALFONSO FIORDILIGI DORABELLA |
| (In der Ferne hört man einen Militärmarsch. Ein Boot legt am Ufer an.)Nr. 8. ChorCHOR O, wie schön, Soldat zu sein! Ein Soldat hat nie zu sorgen, darbt er heute, schwelgt er morgen. Bald zu Land, bald auf der See. Bei Trompetenschall und Pfeifenklang, bei dem Donner der Geschütze, kämpft er frei für Ehre und Vaterland, an den Sieg denkt er allein. O, wie schön, Soldat zu sein!Rezitativ DON ALFONSO FIORDILIGI DORABELLA FERRANDO GUGLIELMO |
| FERRANDO, GUGLIELMO Noch einen Kuß, Geliebte.FIORDILIGI, DORABELLA Ach, ich vergehe.Nr. 8a. QuintettFIORDILIGI Du schreibst mir alle Tage, schwör mir’s, o mein Geliebter. DORABELLA GUGLIELMO FERRANDO DON ALFONSO (beiseite) FIORDILIGI DORABELLA FIORDILIGI, DORABELLA, FERRANDO, GUGLIELMO DON ALFONSO (beiseite) |
| Nr. 9. Chor CHOR Rezitativ DORABELLA DON ALFONSO FIORDILIGI DON ALFONSO FIORDILIGI |
| DORABELLA Sei glücklich!FIORDILIGI O Gott, nur allzu eilig zieht die Barke von dannen, sie verschwindet; schon seh ich sie nicht mehr. Gebe der Himmel ihnen glückliche Heimkehr.DORABELLA Möge er sie im Kampfe vor allem Unheil schützen.DON ALFONSO Euch bewahr er die Liebsten und mir die Freunde. Nr. 10. Trio FIORDILIGI, DORABELLA, DON ALFONSO Rezitativ DON ALFONSO |
| Dritte Szene Ein Zimmer mit drei Türen Rezitativ DESPINA |
| FIORDILIGI, DORABELLA Ach! Ach!DESPINA Was ist geschehen?FIORDILIGI Wo ist ein Degen?DORABELLA Ist kein Gift zur Hand? DESPINA DORABELLA Nr. 11. Arie DORABELLA |
| Rezitativ DESPINA FIORDILIGI DESPINA DORABELLA DESPINA DORABELLA DESPINA FIORDILIGI DESPINA |
| FIORDILIGI Närrin, was sagst du?DESPINA Die reine Wahrheit nur: Zweie verlieren Sie, es bleiben alle anderen. Was diese haben, haben andere auch so. Heut lieben sie den einen, und morgen kommt der andre.DORABELLA O beleidige nicht so edle Herzen, sie, deren Treu für alle Welt ein Beispiel.DESPINA Vorbei sind die Zeiten, wo noch Kinder an solche Märchen glaubten. Nr. 12. Arie DESPINA |
| Laßt uns mit gleichem Geld jene bezahlen, die uns die Ruhe so grausam oft stahlen, liebt nur zum Zeitvertreib, liebt nur zum Spaß! La ra la, la ra la, la ra la. Liebt nur zum Zeitvertreib, usw. (Alle gehen ab. Don Alfonso erscheint.)RezitativDON ALFONSO Welches Schweigen, welch wehmutsvolle Stille atmen hier diese Räume! Arme Mädchen, sie haben nicht ganz Unrecht: Drum müssen wir sie trösten. Indes die beiden leichtgläubigen Freunde, wie ich ihnen geraten, sich rasch verkleiden, will ich noch überlegen … Etwas fürcht ich: Despina … diese Schelmin, sie könnte sie erkennen, sie könnte meine Pläne durchkreuzen. Laß sehen … im Notfall gibt’s ein Mittel, die Wege schnell zu ebnen, ein paar Zechinen, die tun bei einer Zofe große Wirkung. Doch um sicher zu gehen, wär’s geraten, sie etwas ins Geheimnis einzuweihen. Der Gedanke ist herrlich; dieses hier ist ihr Zimmer. Despinetta!DESPINA Wer ruft mich? |
| DON ALFONSO Oh!DESPINA Ih!DON ALFONSO Liebes Despinchen, ich könnte dich gut brauchen.DESPINA Aber ich brauch Sie gar nicht. DON ALFONSO DESPINA DON ALFONSO DESPINA ALFONSO |
| DESPINA Sind sie schon da?DON ALFONSO Gewiß: und sollen sie herein?DESPINA Ich sag nicht nein. (Ferrando und Guglielmo, beide verkleidet, treten ein.)Nr. 13. Sextett DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO DESPINA (beiseite) DON ALFONSO (beiseite zu Despina) |
| DESPINA Um die Wahrheit Euch zu sagen, solche Fratzen, einfach greulich, sind ja Gift für Liebesglück. Oh, die Bärte, die Gestalten!FERRANDO, GUGLIELMO, DON ALFONSO (beiseite) Die Verkleidung scheint zu glücken, sie läßt keinen Argwohn blicken, nein, wir/Ihr werden nicht erkannt.FIORDILIGI, DORABELLA (off-stage) He, Despina.DESPINA Meine Damen! DON ALFONSO (zu Despina) FIORDILIGI, DORABELLA DESPINA, FERRANDO, GUGLIELMO |
| Zwei verliebte arme Teufel liegen hier zu Euren Füßen, beten Eure Schönheit an.FIORDILIGI, DORABELLA Gott, was hör ich, welch Betragen? Wer darf solchen Frevel wagen? Wer kann so vermessen sein?DESPINA. FERRANDO, GUGLIELMO. Oh, besänftigt dieses Zürnen.FIORDILIGI. DORABELLA Nein, nicht länger kann ich’s tragen, solche Worte hier zu wagen, voll Verachtung und voll Schmach. DESPINA (beiseite) DON ALFONSO (von der Tür) FERRANDO, GUGLIELMO (beiseite) FIORDILIGI, DORABELLA (beiseite) |
| Rezitativ DON ALFONSO (eintretend) DORABELLA DON ALFONSO FIORDILIGI DON ALFONSO FERRANDO GUGLIELMO |
| DON ALFONSO Welch schöne Überraschung.DESPINA Sie kennen diese Herren?DON ALFONSO Ob ich sie kenne, sie sind meine besten Freunde, die ich auf Erden habe. Sie werden auch die Euren sein.FIORDILIGI Was tun sie in unserm Hause? GUGLIELMO DORABELLA FERRANDO GUGLIELMO FERRANDO |
| GUGLIELMO Wie ein Falter am Feuer sich verbrennet …FERRANDO … so umfliegen auch wir Euch …GUGLIELMO … vorwärts flatternd und rückwärts.FERRANDO, GUGLIELMO … und flehen um Erbarmen, um Euer Mitleid. FIORDILIGI DORABELLA FIORDILIGI |
| Nr. 14. Arie FIORDILIGI Rezitativ FERRANDO (zu Fiordiligi) GUGLIELMO (zu Dorabella) DON ALFONSO (beiseite zu Guglielmo)) |
| DORABELLA Was mutet Ihr uns zu?GUGLIELMO Ihr schönen, holden Frauen, wenn nur einmal Euer Herz zu uns spräche, wir würden treu zu Euren Füßen in Liebesglut vergehen.Nr. 15. ArieGUGLIELMO O seid nicht so spröde und blickt nicht so schnöde, ach, wendet die Augen ein wenig uns zu. O lasset uns glücklich sein in göttlicher Liebe, dann weihen wir Euch Seligkeit und süßeste Triebe. Betrachtet, beachtet, auf alles schön achtet: Wir sind wackre Männer, uns rühmt jeder Kenner, wir sind gut gewachsen, sind zierlich, manierlich vom Kopf bis zum Fuße. O seht nur die Nase, betrachtet die Augen und beachtet die Lippen. Die Augen, die Nase, sind sie zu verachten? Und hier diese Bärte, bewunderungswerte Triumphe der Männlichkeit, der Liebe Panier. (Fiordiligi und Dorabella gehen ab. Ferrando und Guglielmo, kaum mit Don Alfonso allein, lachen.) |
| No. 16. Trio DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO |
| DON ALFONSO So lacht nur nicht so viel, denn noch das ganze Spiel kehret in Trauer sich, das fürcht’ ich sehr!RezitativDON ALFONSO Kann man nun wohl erfahren, was das Lachen bedeutet?GUGLIELMO Ei, alle Wetter, ich dächte wir hätten alle Ursache, mein verehrtester Gönner! FERRANDO GUGLIELMO FERRANDO DON ALFONSO |
| GUGLIELMO Wie, Ihr gebt die Wette noch nicht auf?DON ALFONSO Noch vor dem Abend sprechen wir uns.FERRANDO Ganz nach Belieben.DON ALFONSO Indessen, Gehorsam und Schweigen nur noch bis morgen früh. GUGLIELMO DON ALFONSO GUGLIELMO FERRANDO Nr. 17. Arie FERRANDO |
| Wer Liebe genießet und treu sie erfindet, begehret nichts weiter, ist selig und reich. Der Odem der Liebe, usw. (Ferrando und Guglielmo gehen.)RezitativDON ALFONSO Und wie, glaubst du, wird die Sache enden? Können wir hoffen, daß sie wieder zur Vernunft kommen?DESPINA Ich denke! Und während sie weinen, werde ich lachen. Tränen der Verzweiflung weinen, weil die Liebste dich verließ? Was ist Liebe? Freude, Bequemlichkeit, Vergnügen, Lust, Kurzweil, Erholung, Fröhlichkeit. Wird’s unbequem, ist’s Liebe nicht mehr; wenn’s anstatt Freude bringt nur Schmerz und Qual. Ich werde in meinem Zimmer warten. Wenn Sie tun, wie ich Sie geheißen, werden Ihre Freunde ihren Sieg feiern; dann haben sie, was sie wollen, und ich habe den Ruhm. (Beide gehen ab.) |
| Vierte Szene Im Garten der Schwestern Nr. 18. Finale des Ersten Aktes FIORDILIGI, DORABELLA FERRANDO, GUGLIELMO (hinter der Bühne) DON ALFONSO (hinter der Bühne) FIORDILIGI, DORABELLA FERRANDO, GUGLIELMO DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO DON ALFONSO |
| (Ferrando und Guglielmo, jeder mit einem Fläschchen, gefolgt von Don Alfonso.)FERRANDO, GUGLIELMO Nein, Gift und Tod befreie mich von ihrer Grausamkeit. (Sie trinken und werfen die Fläschchen weg. Sie drehen sich um und erblicken die beiden Frauen.)FIORDILIGI, DORABELLA Gift haben sie genommen?DON ALFONSO Ja, Gift von stärkster Sorte, in wenig Augenblicken wird sie der Tod befreien. FIORDILIGI, DORABELLA FERRANDO, GUGLIELMO FIORDILIGI, DORABELLA ALLE |
| macht jede Kraft verrinnen, das Wort erstickt mir im Munde, es ringt die Brust nach Luft. (Ferrando und Guglielmo fallen auf die Bänke.)DON ALFONSO Seht ihre Wangen bleichen, bald sind sie tote Leichen. Ach, fühlet Ihr noch Mitleid, so nehmt Euch ihrer an.FIORDILIGI, DORABELLA Hilfe! Hilfe! Herbei, ihr Leute! Hört uns denn niemand heute? Despina! Despina!DESPINA (hinter der Bühne) Augenblicklich! FIORDILIGI, DORABELLA DESPINA DON ALFONSO |
| DESPINA Sollen sie ganz verlassen sein, das wäre unverzeihlich. So helfen Sie doch eilig!FIORDILIGI, DORABELLA, DON ALFONSO Sprich doch, was soll geschehen?DESPINA Noch fühl ich etwas Leben. Halten Sie mit den Händchen so ihren Kopf in die Höhe. (zu Don Alfonso) Dann gehen Sie geschwinde mit mir zum Dr. Eisenbart, der heilt durch Sympathie. (Despina und Don Alfonso gehen ab.)FIORDILIGI, DORABELLA Ach, was ist hier zu hoffen, schwer hat uns Leid getroffen, wie man es niemals sah. FERRANDO, GUGLIELMO (beiseite) FIORDILIGI, DORABELLA FIORDILIGI |
| DORABELLA Nun, was meinst du?FIORDILIGI Sterbend hier sie zu verlassen, wäre wahrlich Grausamkeit!DORABELLA Wirklich reizende Gestalten!FIORDILIGI Gehen wir ein wenig näher! DORABELLA FIORDILIGI DORABELLA FIORDILIGI DORABELLA FIORDILIGI, DORABELLA |
| FERRANDO, GUGLIELMO (beiseite) Sieh nur unsre strengen Spröden, wie sie in Mitleid schon erwärmen. Ja, wer weiß, ob dies Erbarmen noch zur Liebe werden kann.FIORDILIGI, DORABELLA Jammernswerte, müßt Ihr sterben, Jammernswerte, bittere Tränen wein’ ich dann. (Despina kommt, als Arzt verkleidet, zusammen mit Don Alfonso.)DON ALFONSO Da kommt der Medikus, schon anmarschieret.FERRANDO, GUGLIELMO (beiseite) Despina hat sich da als Arzt maskieret. DESPINA FIORDILIGI, DORABELLA DESPINA DON ALFONSO |
| FIORDILIGI, DORABELLA Ach ja, Herr Doktor, was raten Sie?DESPINA (fühlt jedem den Puls und die Stirn) Sagt pro secundo erst die Rationes sodann pro primo mir die Portiones. Ob trocknes, ob flüssiges, ob wenig, ob vieles, ob schnell sie’s nahmen, darauf kommt’s an.FIORDILIGI, DORABELLA, DON ALFONSO Es war Arsenikum, was sie getrunken, und kraftlos sind sie hier tot hingesunken. Verschmähte Liebe war hier der Grund.DESPINA Nur keine Sorgen, sie sind geborgen, hier eine Probe von meiner Kunst. FIORDILIGI, DORABELLA, DON ALFONSO DESPINA |
| (Mit einem Teil des Magnets berührt sie die Köpfe Ferrandos und Guglielmos und streicht dann sanft den Körper entlang.)FIORDILIGI, DORABELLA, DON ALFONSO O Gott, sie regen sich, winden sich, quälen sich, und ach, sie schlagen sich schon ihre Köpfe ein.DESPINA Wer hält den Armen den Kopf empor?FIORDILIGI, DORABELLA Ach ja, mit Freuden soll es geschehen. DESPINA FIORDILIGI, DORABELLA, DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO (stehen auf) |
| DESPINA, DON ALFONSO Das kommt noch vom Magnetismus, doch wird’s bald vorüber sein.FIORDILIGI, DORABELLA Das mag sein, doch solche Reden treten unsrer Ehre nah.FERRANDO, GUGLIELMO (beiseite) Ich ersticke fast vor Lachen noch über diese Spielerein. (zu den Schwestern) Laß, o Schönste, dich erflehen.FIORDILIGI, DORABELLA Kaum kann ich noch widerstehen. FERRANDO, GUGLIELMO DESPINA, DON ALFONSO FIORDILIGI, DORABELLA DESPINA, DON ALFONSO |
| wie durch die Kraft des Magnetismus die Krämpfe enden und sie wieder sie selbst sind.FERRANDO, GUGLIELMO (beiseite) Ich ersticke fast vor Lachen, usw.FIORDILIGI, DORABELLA Kaum kann ich noch, usw.DESPINA, DON ALFONSO Das kommt noch vom Magnetismus, doch wird’s bald vorüber sein, usw. FERRANDO, GUGLIELMO FIORDILIGI, DORABELLA DESPINA, DON ALFONSO FIORDILIGI, DORABELLA DESPINA, FERRANDO, GUGLIELMO, DON ALFONSO |
| doch worüber ich nur lachen kann, ist ihr Zürnen, ihre Wut, usw.FIORDILIGI, DORABELLA Mit dem Gift und der Verzweiflung geht zum Teufel alle beide! Sonst bereut Ihr’s ohne Zweifel, reizt Ihr meines Zornes Glut.FERRANDO, GUGLIELMO (beiseite) Doch ich weiß nicht, ist es Wahrheit, dieses Zürnen, diese Wut? Schlägt der Zorn nicht um in Liebe, so bestanden beide gut.DESPINA, DON ALFONSO (beiseite) Dieser Zorn schlägt um in Liebe, Frauen kenne ich gar zu gut. |
COSI FAN TUTTE AKT II
| Erste Szene Ein Zimmer im Hause der Schwestern Rezitativ DESPINA FIORDILIGI DESPINA |
| Nr. 19. Arie DESPINA |
| steht zu Gebot. Spielt man die Spröde, usw. (geht ab)RezitativFIORDILIGI Was soll man dazu sagen?DORABELLA Ich bin erschrocken von dem teuflischen Einfall dieses Mädchens. FIORDILIGI DORABELLA FIORDILIGI DORABELLA |
| Nr. 20. Duett DORABELLA FIORDILIGI DORABELLA FIORDILIGI DORABELLA FIORDILIGI FIORDILIGI, DORABELLA DORABELLA FIORDILIGI |
| Rezitativ DON ALFONSO DORABELLA DON ALFONSO |
| Zweite Szene Garten am Ufer des Meeres Nr. 21. Duett mit Chor FERRANDO, GUGLIELMO |
| Dir vertraut ich, deinen Schwingen, meine Seufzer, meine Klagen; jetzt darfst du der Teuren sagen all mein Sehnen, meinen Schmerz.CHOR Trage hin auf deinen Schwingen ihre Klagen, ihren Schmerz. (Ferrando und Guglielmo kommen beladen mit Blumenschmuck: Don Alfonso und Despina führen sie den beiden Damen zu, die vor Erstaunen sprachlos sind.)RezitativDORABELLA, FIORDILIGI Was soll die Maskerade? DESPINA FERRANDO GUGLIELMO DON ALFONSO (zu den Mädchen) |
| FIORDILIGI (zu Ferrando und Guglielmo) So sprecht!DORABELLA Sagt ganz offen, was Ihr wünscht.FERRANDO Mein Fräulein …GUGLIELMO Nein, meine Damen … FERRANDO GUGLIELMO Nr. 22. Quartett DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO |
| DON ALFONSO Ich harre und leide.FERRANDO, GUGLIELMO Und leide.DON ALFONSO Ich will gern gehorchen, soviel ich nur kann.FERRANDO, GUGLIELMO Ich will gern gehorchen, soviel ich nur kann. DON ALFONSO DESPINA DESPINA, DON ALFONSO (beiseite) |
| (Despina und Don Alfonso gehen ab. Guglielmo am Arme Dorabellas; Ferrando und Fiordiligi ohne sich den Arm zu geben.)RezitativFIORDILIGI Heut ist recht schönes Wetter!FERRANDO Ich finde es etwas zu warm. DORABELLA GUGLIELMO FIORDILIGI FERRANDO FIORDILIGI FERRANDO (zu Guglielmo, im Vorbeigehen) |
| FIORDILIGI Was sagtet Ihr zu ihm da?FERRANDO Ich habe ihm nur empfohlen, Euch gut zu unterhalten. (Fiordiligi und Ferrando gehen auf und ab.)DORABELLA Gehn wir beide nicht auch?GUGLIELMO Ganz wie Ihr wünschet. Weh mir! DORABELLA GUGLIELMO DORABELLA (beiseite) GUGLIELMO (beiseite) |
| DORABELLA Ein Herzchen?GUGLIELMO Ja, Ihr nehmt’s?DORABELLA Ich nehme es.GUGLIELMO (beiseite) Ach, du armer Ferrando! (zu Dorabella) O, welche Wonne! Nr. 23. Duett GUGLIELMO DORABELLA GUGLIELMO |
| DORABELLA Gabst du mir das Deine, was klopft so bei dir?GUGLIELMO Was pocht denn so hier?DORABELLA Was klopft so bei dir?DORABELLA, GUGLIELMO Ich kenne die Schläge, dies Herz war das meine, nun ist es das Deine, nun schlägt es in dir, nun schlägt es in dir. GUGLIELMO DORABELLA GUGLIELMO |
| DORABELLA Was machst Du?GUGLIELMO Sieh nicht her.DORABELLA (beiseite) Wie glüht mir die Wange, wie bebt mir das Herz.GUGLIELMO (beiseite) Ach, armer Ferrando, das ist mehr als Scherz. (zu Dorabella) Nun wende die Augen. DORABELLA (zu Guglielmo) GUGLIELMO DORABELLA, GUGLIELMO |
| Rezitativ FERRANDO FIORDILIGI FERRANDO FIORDILIGI FERRANDO FIORDILIGI FERRANDO FIORDILIGI FERRANDO |
| Nr. 24. Arie FERRANDO Rezitativ FIORDILIGI |
| Nr. 25. Rondo FIORDILIGI Rezitativ FERRANDO GUGLIELMO FERRANDO |
| GUGLIELMO Nichts Geringres?FERRANDO Nichts anderes: gib acht, und hör’ gut zu. Hochmütig hat sie mich zurückgewiesen, mich verschmäht; sie floh mich, nachdem sie mir das Pfand und die Botschaft gegeben hatte, sie sei eine Frau ohnegleichen.GUGLIELMO Dank sei Dir und auch mir! Ehre sei dir, Fiordiligi! Laß, o Freund, dich umarmen für diese frohe Botschaft, du mein treuer Mercurio.FERRANDO Und was tat Dorabella? Wie hat sie sich gehalten? Doch ich kann ja nicht zweifeln, ich kenne zu gut nur ihre erhabne Seele. Mich allein liebt sie und bleibt ewig mir treu. GUGLIELMO FERRANDO GUGLIELMO |
| FERRANDO Ich will zu ihr, Rache an ihr zu nehmen, das falsche Herz ihr aus der Brust zu reißen.GUGLIELMO Bleibe doch!FERRANDO Nein, nein, laß mich!GUGLIELMO Bist du rasend? Um eines Weibes willen, das dein nicht wert ist, willst du dich verderben? (beiseite) Ich will ihn bewahren vor einer großen Dummheit. FERRANDO GUGLIELMO (zu Ferrando) FERRANDO GUGLIELMO |
| FERRANDO Schändliche, Verräterin! In einem Tag nur, in wenigen Stunden!GUGLIELMO Du hast recht, meiner Treu, ’s ist zum Erstaunen!Nr. 26. ArieGUGLIELMO Mädchen, so treibt ihr’s mit allen! Ich will offen mit euch sein: wenn die Männer sich beklagen, stimm ich gern mit ihnen ein. Daß ich hoch die Frauen preise, wißt ihr selber, denn ihr kennt mich; täglich geb ich euch Beweise, daß euch niemand schätzt wie ich. Doch daß ihr’s so treibt mit allen, das stimmt ganz bedenklich mich. Tausendmal zog ich den Degen, wollt man eurer Ehre nahen, trat dem Gegner ich entgegen, nahm mich eurer standhaft an. Doch daß ihr’s so treibt mit allen, hat schon manchem wehgetan. Mit so liebenswerten Reizen hat Natur euch reich versehen, hat mit Anmut euch geschmücket hübsch vom Kopf bis zu den Zehen. Doch daß ihr’s so treibt mit allen, das ist nicht mit anzusehn. Daß ich hoch, usw. |
| Doch daß ihr’s so treibt mit allen, kann den Männern nicht gefallen, und da haben sie auch recht! Ach daß ihr’s so treibt mit allen, usw. (geht ab)RezitativFERRANDO Ha, welch schrecklichen Aufruhr und welche Qualen getäuschter Liebe und Hoffnung fühl ich im Herzen! Unerhört, unbegreiflich ist dies Geschehen, das wohl niemand, ich selbst nicht, ganz wird verstehen können. Alfonso, ja, ich hör deinen Spott, sehe dich triumphieren! Doch sie soll es bereuen. Aus meinem Busen will ihr Bild ich verbannen, das Bild der Verräterin. Es verbannen? Ach, noch fühl ich dies Herz laut für sie schlagen.Nr. 27. Cavatine FERRANDO |
| Rezitativ DON ALFONSO FERRANDO DON ALFONSO FERRANDO GUGLIELMO DON ALFONSO GUGLIELMO |
| DON ALFONSO Mit Vergnügen! Doch bevor ich bezahle, sollten wir ein zweites Experiment machen.GUGLIELMO Welches?DON ALFONSO Nur Geduld! Bis morgen seid Ihr noch meine Sklaven. Ihr habt mir Euer Wort als Soldaten gegeben, alles zu tun, was ich Euch auftrage. Ich hoffe, Euch zeigen zu können, daß es verrückt ist, den Tag vor dem Abend zu loben. (gehen ab) |
| Dritte Szene Zimmer im Hause der Schwestern Rezitativ DESPINA DORABELLA |
| FIORDILIGI Unglückselige! Himmel, in welche Lage bin ich durch eure Schuld gekommen!DESPINA Was geschah denn, gnädiges, teures Fräulein?DORABELLA Was hast du denn, o Schwester?FIORDILIGI Ich wollt, der Teufel holte mich, dich, die hier, Alfonso, die beiden Fremden und diese Welt voll Narren. DORABELLA FIORDILIGI DESPINA DORABELLA FIORDILIGI DESPINA |
| DORABELLA Komm nur, laß dich dafür umarmen: du den Blonden, ich den Braunen, so sind wir beide Bräute.FIORDILIGI Nein, ich bezwinge mich.DESPINA Das wird wohl schwer gelingen.FIORDILIGI Gewiß, du sollst es sehen. DORABELLA Nr. 28. Arie DORABELLA |
| Er schenket Wonne den seligen Herzen, läßt du ihn ruhig gehen, doch bringt er herbe Schmerzen, willst du ihm widerstehn. Er schenket Wonne, usw. Ein loser Dieb, usw. Sitzt er dann fest im Herzen, fühlst du ihn klopfen hier, so laßt ihn frei gewähren, er macht es wie bei mir. Sitzt er dann fest im Herzen, usw. (Dorabella und Despina gehen ab.)RezitativFIORDILIGI Alles hat sich verschworen, mein Herz zu verführen, doch nein … diesen Verführer will ich nicht mehr sehn.GUGLIELMO (mit Ferrando und Don Alfonso an der Tür horchend; unbemerkt von Fiordiligi) Bravissima, meine keusche Artemis, hört ihr’s alle? FIORDILIGI DESPINA (eintretend) |
| FIORDILIGI Bitte, nimm diesen Schlüssel, und ohne Widerspruch, ohne jede Widerrede laufe zur Garderobe und bring mir schleunigst zwei Degen, und zwei Hüte, zwei Uniformen von unsern Verlobten. (Despina geht ab.)FIORDILIGI Hier dieser Rock Ferrandos paßt vortrefflich für mich, und Dorabella nimmt hier den von Guglielmo. In diesen Kleidern gehen wir schnell zu unsern Freunden, an ihrer Seite mitzukämpfen, und wenn’s sein muß, zu sterben. (Sie nimmt ihre Kopfbedeckung ab.) Zum Teufel, verfluchter Schmuck!GUGLIELMO (beiseite) Gib zu, daß das wahre Liebe ist.FIORDILIGI Glaube nicht, daß du mir noch einmal vor die Augen kommen kannst, bevor ich mit meinem Geliebten wieder vereint bin. An deiner Stelle nehme ich diesen Hut; oh, wie er mein Aussehen und meine Züge verändert! Kaum kenne ich mich! Nr. 29. Duett FIORDILIGI |
| FERRANDO (eintretend) Und indessen werd ich Armer bald des Todes Beute sein!FIORDILIGI Ach, was seh ich! Ha, verraten! Fort, verlaß mich!FERRANDO Nein, nein, Du Teure! (das Schwert vom Tisch nehmend) Dieses Schwert in deinen Händen möge meine Leiden enden; wenn die Kraft zur Tat dir fehlt, führ ich selber dir die Hand.FIORDILIGI Schweige, weh mir! Ich bin getroffen, tief gebeugt und unglückselig. FERRANDO FIORDILIGI FERRANDO FIORDILIGI |
| FERRANDO und FIORDILIGI … länger nicht kann widerstehen.FIORDILIGI Laß mich, laß mich!FERRANDO Vergebens flehst du.FIORDILIGI Ach, mein Gott, sag, was verlangst du? FERRANDO FIORDILIGI FERRANDO FIORDILIGI FERRANDO FIORDILIGI |
| FIORDILIGI, FERRANDO Welche Wonne, o welch Entzücken, dich an meine Brust zu drücken, ist der Lohn für alles Leiden, ist die höchste Seligkeit. Welche Wonne, etc. (Sie gehen hinaus. Don Alfonso und Guglielmo kommen herein.)RezitativGUGLIELMO Ach, ich betrogner Mann, was mußt ich sehen, ach, und was mußt ich hören!DON ALFONSO Um Gottes willen, ruhig! GUGLIELMO DON ALFONSO FERRANDO (tritt ein) |
| GUGLIELMO Wo ist sie?FERRANDO Wer? Dein zärtliches Bräutchen!GUGLIELMO Mein Bräutchen … nein, des Teufels Braut! Er mag sie nur holen und mich dazu!FERRANDO Du siehst, Unterschiede gibt es überall. Etwas mehr wert bin ich doch! GUGLIELMO DON ALFONSO |
| Nr. 30. Andante DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO, DON ALFONSO Rezitativ DESPINA FERRANDO, GUGLIELMO, DON ALFONSO DESPINA |
| Vierte Szene Ein großer reichgeschmückter Raum. Ein für vier Nr. 31. Finale des Zweiten Aktes DESPINA CHOR DON ALFONSO (kommt herein) |
| DESPINA, DON ALFONSO (leise, gehen ab durch verschiedene Türen) Eine schönere Komödie sah man wohl zu keiner Zeit. (Fiordiligi, Dorabella, Ferrando und Guglielmo treten ein.)CHOR Glück und Heil den beiden edlen Herren und den liebenswerten Bräuten: mög Euch stets der Himmel gnädig sein, Glück und Segen Eurem Bunde, mög erblühn Euch reiche Kinderschar, schön wie Ihr, das Elternpaar.FIORDILIGI, DORABELLA, FERRANDO, GUGLIELMO Wie ein seliges Verheißen atmet alles Lust und Liebe! Unsrer lieben Despinetta müssen danken wir das Glück. Wiederholt die frohen Chöre, laßt sie laut und hell erschallen, denn wir wollen fröhlich feiern bei der Gläser hellem Klang.CHOR Glück und Heil, usw. (Der Chor geht ab. Vier Diener erwarten die beiden Paare, die sich am Tisch niederlassen.) FERRANDO, GUGLIELMO |
| FIORDILIGI, DORABELLA Ja, ich fühl mit heißem Triebe stärker, stärker meine Liebe!FERRANDO, GUGLIELMO Wie du schön bist!FIORDILIGI, DORABELLA Bist du glücklich?FERRANDO, GUGLIELMO Welche Augen! FIORDILIGI, DORABELLA FERRANDO, GUGLIELMO FIORDILIGI, DORABELLA FIORDILIGI, FERRANDO, DORABELLA GUGLIELMO (beiseite) |
| DON ALFONSO Meine Freunde, nun ist’s richtig, fertig sind die Ehepakte, der Notar mit den Kontrakten wird sogleich zu Diensten sein.FIORDILIGI, DORABELLA, FERRANDO, GUGLIELMO Herrlich, herrlich, führt ihn schnell herein!DON ALFONSO Eilig geh ich, ihn zu rufen: Schon ist er da. (Despina tritt ein, als Notar verkleidet.)DESPINA Untertänig aufzuwarten, komm ich Pflicht- und Amteswegen, wünsche Heil und Ehesegen, Freude, Glück und Gloria! Pacta sind schön stilisieret, nach dem Jus verklausulieret, alle Formen observieret; wird mein Husten sich nur legen, lese ich die Sponsalia. FIORDILIGI, DORABELLA, FERRANDO, GUGLIELMO, DON ALFONSO DESPINA |
| jener obbenannten Schwester, beide Damen aus Ferrara, beide Herren sind aus Zara, wegen Mitgift wird verordnet …FIORDILIGI, DORABELLA, FERRANDO, GUGLIELMO Alles wohl bekannt und richtig. So kann’s bleiben, unterschreiben, gebt nur her. So ist’s geschehn!DESPINA, DON ALFONSO Bravo, bravo, das ist schön! (Don Alfonso behält den Vertrag. Man hört lauten Trommelwirbel.)CHOR (hinter der Bühne) Oh, wie schön, Soldat zu sein! Ein Soldat hat nie zu sorgen, darbt er heute, schwelgt er morgen, bald zu Land, bald auf der See. FIORDILIGI, DORABELLA, DESPINA, FERRANDO, GUGLIELMO DON ALFONSO |
| FIORDILIGI, DORABELLA Die alten Liebsten!DON ALFONSO Ich seh die Barke, sie sind’s o Himmel, dort an dem Ufer legen sie an.FIORDILIGI, DORABELLA, FERRANDO, GUGLIELMO Was muß ich hören? Grausames Schicksal! Wie soll das enden, was ist zu tun?FIORDILIGI, DORABELLA Fort, fort, geschwinde! DESPINA, DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO FIORDILIGI, DORABELLA DESPINA, DON ALFONSO FERRANDO, GUGLIELMO FIORDILIGI, DORABELLA |
| DON ALFONSO Nur nicht viel Lärm gemacht!FIORDILIGI, DORABELLA Wehe uns Armen!DON ALFONSO Seid still und gebet acht.FIORDILIGI, DORABELLA Wer kann uns retten aus dieser Not? DON ALFONSO FIORDILIGI, DORABELLA FERRANDO, GUGLIELMO |
| DON ALFONSO Gerechter Gott! Guglielmo! Ferrando? O welche Freude! Hier! Doch wieso? Wann?FERRANDO, GUGLIELMO Der Befehl unseres gnädigsten Königs hat hierher uns zurückgeführt. Und die Herzen voll freudiger Hoffnung kehren nun zu den liebenden Bräuten, zu dem Freunde wir wieder zurück.GUGLIELMO (zu Fiordiligi) Doch was soll dein Erblassen, dein Schweigen?FERRANDO (zu Dorabella) Sag, Geliebte, was quälet dein Herz? DON ALFONSO FIORDILIGI, DORABELLA (beiseite) GUGLIELMO |
| DESPINA Nein, mein Herr, ’s ist kein Notarius, in der Kutte steckt Despina, von dem Maskenballe komm ich, wo ich als Notar fungiert.FERRANDO, GUGLIELMO (beiseite) Eine Schelmin ihresgleichen hat man wohl noch nie gesehn.DESPINA (beiseite) Eine Schelmin meinesgleichen hat man wohl noch nie gesehen.FIORDILIGI, DORABELLA Wie, Despina? Nein, das kann ich nicht verstehen! (Don Alfonso läßt geschickt den von den Damen unterschriebenen Vertrag fallen.) DON ALFONSO (beiseite) FERRANDO GUGLIELMO FERRANDO, GUGLIELMO |
| Dem Verbrechen folge die Rache; ganz in Blut will ich mich baden, ja, in Strömen fließe Blut, ja! (Sie wollen in das andere Zimmer gehen; die Frauen halten sie zurück.)FIORDILIGI, DORABELLA Ach, den Tod hab ich verdienet, nur den Tod kann ich erflehen; ich bekenne mein Vergehen, dieses Eisen soll mich durchbohren, nicht verdiene ich Erbarmen für mein Tun!FERRANDO, GUGLIELMO Nun, so sprecht!FIORDILIGI (zeigt auf Despina und Don Alfonso) Für uns mag sprechen der Verräter, diese Schlange. DON ALFONSO FIORDILIGI, DORABELLA |
| FERRANDO (zu Fiordiligi) Euch, edle Dame, Stolz von Ferrara, grüßt voll Verehrung ein Fürst aus Zara!GUGLIELMO (zu Dorabella) Hier dieses Bildnis geb ich dir wieder, gib, Liebste, mir mein Herzchen zurück.FERRANDO, GUGLIELMO (zu Despina) Und der magnetische, hochweise Doktor verdienet Ehre und schönsten Dank.FIORDILIGI, DORABELLA, DESPINA Himmel, was seh ich! FERRANDO, GUGLIELMO, DON ALFONSO FIORDILIGI, DORABELLA, DESPINA FERRANDO, GUGLIELMO, DON ALFONSO FIORDILIGI, DORABELLA DON ALFONSO |
| Schnell umarmt Euch und schweigt stille! Lachen werdet Ihr dann künftig, und ich selber lache mit.FIORDILIGI, DORABELLA Kannst du, Teurer, mir verzeihen? Sieh, so schwöre ich dir aufs Neue wahre Liebe, heilige Treue, bis mein Aug im Tode bricht.FERRANDO, GUGLIELMO Glauben will ich dir’s, Geliebte, doch erproben will ich’s nicht.DESPINA Heute gab es schlimme Sachen, da vergeht selbst mir das Lachen. Diesmal konnten’s andre besser, führten schlau mich hinter’s Licht. ALLE Ende der Oper |
Reproduced with express permission from http://www.murashev.com/opera/
Peter Lutz, opera inside, dem online Opernführer zu Cosi fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart.
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