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Der online Opernführer zu TANNHÄUSER

Vermutlich handelt es sich bei Tannhäuser unter allen von Wagner geschaffenen Figuren um den menschlichsten Helden, welcher der Fleischeslust (Venus) nicht entkommen kann, obwohl er nach Spiritualität (Elisabeth) strebt. Wagner selbst hat geschildert, dass seine «Neigung zu sinnlichem Ungestüm» mit dem «Ernst der Empfindung» im Widerstreit stehe.

 

 

ÜBERBLICK & SCHNELLZUGRIFF

 

 

Inhalt

Handlung

Kommentar

Akt I (Venusberg)

Akt II (Singer contest)

Akt III (Pilgrim scene, Death scene)

Aufnahme Empfehlung

Höhepunkte

Ouvertüre

Dich teure Halle (Hallen Arie)

Gepriesen sei (Liebes Duett)

Heraus zum Kampfe (Sängerstreit)

Beglückt, darf nun dich, o Heimat, ich schauen (Pilger Chor)

O du mein holder Abendstern

Inbrunst in meinem Herzen (Rom Erzählung)

 

 

 

 

PERSONEN & HANDLUNG VON TANNHÄUSER IN 4 MINUTEN

 

 

 

 

URAUFFÜHRUNG

Dresden, 1845

LIBRETTO

Richard Wagner, basierend auf der Gedichtsammlung des Sängerkriegs auf der Wartburg und dem Tannhäuserlied.

HAUPTROLLEN

Hermann, Landgraf von Thüringen (Bass) - Elisabeth, Nichte des Landgrafen (Sopran) - Wolfram, Ritter und Minnesänger (Bariton) - Venus, Göttin der Liebe (Sopran) - Tannhäuser, Ritter und Minnesänger (Tenor)

AUFNAHME EMPFEHLUNG

DECCA, René Kollo, Helga Dernesch, Christa Ludwig, Victor Braun unter der Leitung von Georg Solti und den Wiener Philharmonikern und dem Chor der Wiener Staatsoper.

 

 

 

KOMMENTAR

 

 

Leitmotive

Noch sollte man die Motive Wagners nicht «Leitmotive» im formalen Sinne nennen, sie besitzen «lediglich» die Funktion von Erinnerungsmotiven. In dem Abschnitt zur Ouvertüre stellen wir Ihnen drei der wichtigsten Themen dieser Oper vor. Zwei Themen dominieren die Ouvertüre und thematisieren den dominanten Antagonismus: der des Glaubens und der Lust.

 

 

Geschichte und Libretto

Wagner begann die Arbeit am Tannhäuser in seinem neunundzwanzigsten Lebensjahr. Im Folgejahr stand das Libretto und die Partitur wurde 1845 vollendet.

Die Oper trägt den Doppeltitel «Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg», was den Umstand widerspiegelt, dass Wagner die Handlung der Oper hauptsächlich aus zwei Quellen geschöpft hat. Einerseits ist es die Gedichtsammlung des «Sängerkriegs auf der Wartburg» (an dem die beiden berühmtesten Minnesänger Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide teilgenommen haben sollen) und andererseits das Tannhäuserlied über einen Minnesänger mit unstetem Lebenswandel. Wagner kombinierte nun eine erfundene Liebesgeschichte des Tannhäusers und dessen Wallfahrt zum Papst mit dem Sängerkrieg auf dem Schloss des thüringischen Landgrafen. Aus dem Heinrich des Sängerkriegs wurde der Tannhäuser.

Mit dem Tannhäuser treffen wir eine ähnliche Konstellation wie im Meistersinger an: Ein Außenseiter will die überkommenen Kunstregeln verändern und scheitert am Beharrungsvermögen der Gesellschaft. Tannhäuser und Stolzing sind Brüder im Geiste mit dem Unterschied, dass letzterer die Braut gewinnt und Tannhäuser nicht. Dem Tannhäuser geht es in dieser Oper dreckig, dreimal wird er verflucht, zuerst durch den Thüringer Hof, dann durch die Sängergilde und am Schluss gar durch den Papst. Heil naht immerhin durch Elisabeth, denn sie wiederum ist eine Schwester im Geiste der Senta und opfert sich für den geliebten Tannhäuser. Das Thema der Aufopferung der Frau und die Erlösung des Künstlers zieht sich wie ein roter Faden durch Wagners Lebens.

Reisetip für Opernfreunde: Wo Wagner Tannhäuser ersann (Klicken Sie für den Link zum REISE-Blogartikel)

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Interpretation

Im Tannhäuser geht es um den Kampf zwischen dem diesseitigen und dem Jenseitigen, oder auf einer anderen Ebene ausgedrückt zwischen dem Glauben, dessen Vertreter auf Erden der Papst ist und der Lust, dessen Vertreterin Venus ist. Diese zwei Lebensinhalte sind unvereinbar und deswegen tobt deren Kampf im Innern des Menschen.

Auf Wagners Lebenswirklichkeit bezogen: Als Künstler kann er sich nicht durch die eine oder andere Welt einschränken lassen. Er braucht die Geistige Spiritualität der Liebe und des Glaubens, doch er kann die Normierung der Gesellschaft durch die Kirche nicht akzeptieren Dadurch wird er als Außenseiter zum Kampf verdammt. Er wird zum Unverstandenen und an diesem Kampf geht er zu Grunde.

 

 

Auf dem Weg zum Musikdrama

Der Tannhäuser bildet einen wichtigen Meilenstein auf Wagners Weg zum Musikdrama. Zum ersten Mal sind keine Nummern in der Partitur mehr ersichtlich. Ganze Szenen, wie z.B. der Sängerwettstreit sind durchkomponiert.

Doch vieles ist noch im Alten verhaftet. Ganz verzichten auf die Arie will Wagner nicht, Elisabeths hat zwei klassische Arien und Wolfram bekommt den berühmten Abendstern. Auch die Pariser Grand Opera lässt mit den Massenszenen und den Conceratos der Aktschlüsse heftig grüßen. Und (manch einer dankt dafür) verzichtet Wagner auf ausschweifende Dialoge und Monologe.

 

 

Die schwierige Tenorrolle

Tannhäuser gilt als die kräfteraubendste Tenorrolle der Opernliteratur. Wagner nannte sie «die allerschwierigste meiner dramatischen Sängeraufgaben». Wie Bellini den Tenor Battista Rubini beim Komponieren der Puritani im Ohr hatte, hatte Wagner beim Tannhäuser Tichatschek im Ohr. Die Partie des Tannhäuser gilt als „Killer“ unter den Tenorpartien des Repertoires. In dem Abschnitt zur Stelle «Stets soll nur dir, nur dir mein Lied ertönen» des mörderischen ersten Aktes sehen wir wieso.

Doch auch Wagner musste zugeben, dass die Rolle selbst dem robusten Tichatschek zusetzte. Zwanzig Jahre später hörte Wagner den Tenor Ludwig Schnorr von Caroldsfeld in dieser Rolle und er bekannte, dass erst Schnorr ihm die Augen öffnete für sein eigenes Werk. Dessen früher Tod im Zusammenhang mit einer anderen Oper Wagners (Tristan und Isolde) wurde später zur Legende.

 

Uraufführung und Rezension

Wagner war seit dem Jahr 1842 Hofkapellmeister in Dresden und konnte so bereits Rienzi (mit riesigem Erfolg) und den Holländer (mit mäßigem Erfolg) mit dem renommierten und hochkarätig besetzten Theaterorchester uraufführen, womit Wagner kompositorisch aus dem vollen schöpfen und die herrlichen Orchestersätze dieser Opern erschaffen konnte. Für den Anlass stand auch eine hochkarätige Sängertruppe zur Verfügung. Als Tannhäuser wurde der erwähnte Tichatschek verpflichtet und als Elisabeth Wagners Nichte Johanna. Die Rolle der Venus sang die große Schröder-Devrient, deren Fidelio ein Dutzend Jahre zuvor dem sechzehnjährigen Wagner sein Opern-Erweckungserlebnis bescherte. Devrient war keine zwar keine überragende Sängerin, dafür aber eine unheimlich charismatische Schauspielerin, von der sogar der fast gänzlich ertaube Beethoven begeistert gewesen sein soll.

Der Erfolg des Dresdener Tannhäuser von 1845 war mäßig, aber schon die zweite Inszenierung durch Liszt in Weimar brachte den Durchbruch. Sie wurde für lange Zeit Wagners populärste Oper und wurde 1859 bereits zum ersten Mal in den Vereinigten Staaten aufgeführt.

 

Der Theater Skandal in Paris

Wagners Lebenstraum war es in Paris Erfolg zu haben, es war geradezu obsessiv, wie er die Anerkennung in der europäischen Hauptstadt der Oper suchte. Nicht weniger als zehn Mal hielt er sich längere Zeit in Paris auf. Um die Bekanntschaft seiner Werke zu fördern dirigierte Wagner zu Beginn des Jahres 1860 drei Konzerte mit Ausschnitten verschiedener Opern, unter den Zuhörer war die ganze damalige musikalische Prominenz wie Berlioz, Rossini, Meyerbeer, Auber und Gounod. Das Echo war außerordentlich und Wagner erreichte mit der Hilfe der Gattin des österreichischen Botschafters, dass Napoleon III die Aufführung des Tannhäusers im Folgejahr anordnete.

Was im Jahr 1861 passierte ging in die Annalen der Operngeschichte ein. Wagner passte das Werk auf die Gepflogenheiten der Grand Opéra an. Unter anderem wurde das Bachanale des ersten Satzes mit einem Ballett ausgebaut und ein französischsprachiges Libretto wurde erstellt. Wagner nahm 164 Proben in Anspruch, um das teilweise überforderte musikalische Personal vorzubereiten. Der Jockey Club, eine größere Gruppe von Dandys, sabotierten die Vorstellungen, weil sie gewohnt waren erst im zweiten Akt zu erscheinen, wenn ihre Mätressen das übliche Ballett aufführen. Aus Protest, dass Wagner das Ballett im ersten Akt aufführten packten sie Trillerpfeifen aus und unterbrachen mit Zwischenrufen. Tief verletzt und hoch verschuldet beendete Wagner das Pariser Abenteuer nach drei Vorstellungen.

 

 

Die verschiedenen Fassungen

Insgesamt gibt es vier verschiedene Fassungen des Tannhäusers (In der Reihenfolge der Erscheinung: Original Fassung, Fassung für Weimar, Fassung für Paris, Fassung für Bayreuth), deren Erstellung sich über dreißig Jahre zog. Der Tannhäuser blieb ein Lebenswerk und noch drei Wochen vor seinem Tod sagte Wagner zu Cosima, er sei den Tannhäuser der Welt noch schuldig…

 

 

 

 

TANNHÄUSER AKT I

 

 

 

 

Die grossartige Ouvertüre

In der Ouvertüre treffen wir drei wichtige Erinnerungsmotive an. Das erste ertönt gleich zu Beginn und wird in den Bläsern piano eröffnet. Es widerspiegelt den Glauben und ertönt auch im berühmten Pilgerchor des dritten Aktes:

Tannhäuser-Glaubensmotiv-Pilgrim_choir_motif-Pilger_chor_motiv

 

Nach ca. einer Minute ertönen leidenschaftliche Streicher, es ist Tannhäusers Reuemotiv:

Tannhäuser-Reuemotiv-Repentance_motif

 

Das erste Motiv wird nun triumphierend wiederholt, und wird laufend durch weitere Instrumentengruppen ergänzt.

Nach ca. 4 ½ Minuten bricht plötzlich ein spielerisches Motiv ein. Es ist das Bachanal- oder Lustmotiv:

Tannhäuser-Bachanal-Lust-Motif-Motive

 

Sie hören die Ouvertüre in der feurigen Version von Wilhelm Furtwängler.

Ouvertüre - Furtwängler

 

Die Venusbergszene

Handlung: Heinrich, genannt Tannhäuser, lebt als Geliebter der Venus im Innern des Venusbergs. Er hatte einst als Minnesänger den Hof des Landgrafen von Thüringen nach einer Auseinandersetzung mit den andern Sängern verlassen. Nun ist er dem Leben der freien Liebe im Venusberg überdrüssig geworden. Venus fordert ihn auf für sie zu singen. In seinem Gesang preist er zwar die göttliche Venus, doch trotzdem müsse er sie verlassen, es ziehe ihn zu den Menschen.

Bereits die Auftrittsarie ist ein Kraftakt, Tannhäuser muss eine sehr hoch gesetzte Partie singen und stimmlich dauernd ins A und G steigen

Dir töne Lob - Melchior

 

Handlung: Venus traut ihren Ohren nicht und versucht ihn zurückzuhalten.

Wir hören in der Person von Christa Ludwig eine stimmlich farbenreiche und sinnliche Venus.

Geliebter, Komm! Sieh dort die Grotte! - Ludwig

Handlung: Doch Tannhäusers Entschluss ist gefasst.

Warum gilt die Partie des Tannhäusers als so schwierig? Diese Stelle zeigt wieso. Die Partie liegt relativ hoch, dies gilt nicht nur für diese Stelle, sondern für die ganze Partie. Weite Stellen sind im Übergangsbereich geschrieben, was für den Tenor sehr unangenehm ist. Und die ganze Zeit muss die Stimme gegen ein lautes Orchester ankämpfen. Und weil Tannhäuser ein kämpferischer Mensch ist, muss der Singer sich ständig verausgaben, um die Emotionalität dieser Rolle herauszustreichen.

Peter Seiffert war ein herausragender Tannhäuser. Seit den 80er Jahren gehört er zu den gefragtesten Wagner Tenören. Seine Stimme hat die dramatische Kraft aber auch eine grosse Gesanglichkeit.

Stets soll nur dir, nur dir mein Lied ertönen - Seiffert

 

Die Idylle

Handlung: Venus spottet, dass er den Weg zu ihr schon wieder finde. Mit einem furchtbaren Schlag versinkt der Venusberg. Tannhäuser steht in einem grünen Tal auf dessen Hügelzug man die Wartburg erkennen kann. Ein Hirtenknabe spielt auf einer Schalmei.

Mit der wunderbar schlichten Musik des Hirtenjungen erzeugt Wagner einen maximalen Gegensatz zu der bacchantischen Venuswelt. Ein wahrlicher coup de théâtre!

Frau Holda kam aus dem Berg hervor

Handlung: Pilger ziehen auf ihrer Wallfahrt nach Rom vorbei, Tannhäuser sinkt auf die Knie.

Zu Dir wall ich mein Jesus Christ

Handlung: Der Landgraf von Thüringen und seine Minnesänger kommen von der Jagd und erblicken erstaunt Tannhäuser. Erfreut begrüßen Sie den verschollenen Minnesänger. Tannhäuser will keine Auseinandersetzung und bittet sie weiterzuziehen. Doch als Wolfram den Namen von Elisabeth erwähnt und andeutet, dass sie immer noch an ihn denkt, weiß Tannhäuser was ihn aus dem Venusreich gezogen hat und beschliesst sich ihnen anzuschliessen. Alle heißen Tannhäuer wieder in ihrem Kreis willkommen.

Noch benutzte Wagner im Tannhäuser italienische Theaterkoventionen. Um einen möglichst effektiven Aktschluss zu komponierten, komponierte er ein typisches concertato, die in eine effektvolle Stretta mündet. Dieses Ensemble-Szene ist von grösster Schönheit.

Als du in kühnen Sange uns bestrittest - Gudbjörnsson / Seiffert / René Pape / Hampson

 

 

 

 

 

TANNHÄUSER AKT II

 

 

 

Die Hallenarie – Elisabeth erwartet erregt Tannhäuser

Handlung: Im Schloss Wartburg. Elisabeth, die Nichte des Landgrafen, ist glücklich über die Rückkehr Tannhäusers. Sie befindet sich in der Halle, die sie seit dem Weggang Tannhäusers nicht mehr betreten hat.

Diese Arie ist auch bekannt unter dem Namen „Hallenarie“. Formal steht sie auf dem Mittelweg von der Grand Opéra zum Musikdrama. So gibt es im Tannhäuser noch verschiedene abgeschlossene, wirkungsvolle Musikstücke wie zum Beispiel diese Hallenarie. Vibrierende Hörner bauen eine elektrisierte Atmosphäre auf. Elisabeth hat allen Grund aufgeregt zu sein. Diese Arie ist auch bekannt unter dem Namen „Hallenarie“. Formal steht sie auf dem Mittelweg von der Grand Opéra zum Musikdrama. So gibt es im Tannhäuser noch verschiedene abgeschlossene, wirkungsvolle Musikstücke wie zum Beispiel diese diese Arie von Elisabeth.

Wir hören diese Arie zuerst in der Interpretation von Elisabeth Grümmer . Grümmer war eine Sängerin die Seele in ihrer Stimme hatte. Der deutsche Musikkritier Joachim Kaiser meine über zu ihrer Aufnahme: Wie Elisabeth Grümmer die Elisabeth mit herzbewegender Innigkeit, völlig unverkitscht aber so zart glühen rein singt, dass man von einer Idealbesetzung reden kann.

Dich teure Halle - Grümmer

Elisabeth Schwarzkopf war kein heldischer Sopran, sondern ein lyrischer Sopran. Dies kommt dieser Arie zu Gute. Ihre Interpretation ist lyrisch strahlend, streckenweise fast verträumt.

Dich teure Halle - Schwarzkopf



Das Liebes Duett

Handlung: Wolfram, der Elisabeth heimlich liebt, bringt Tannhäuser zu ihr. Auf ihre Frage wo er gewesen sei, antwortet Tannhäuser ausweichend, ein Wunder habe ihn hergebracht. Elisabeth preist das Wunder und gesteht dass sie Gefühle für ihn empfindet. Tannhäuser erwidert tief ihr bewegt seine Liebe und beide preisen die Macht, die sie wieder zusammengeführt hat.

Gepriesen sei – Domingo / Studer

 

 

Der festliche Einzug der Gäste

Handlung: Der Landgraf hat am heutigen Abend zu Tannhäusers Ehren zum Sängerwettbewerb aufgerufen, an dem Tannhäuser und andere um das Herz von Elisabeth werben können. Die Gäste treffen ein.

Der Einzug der Gäste ist ein grandioses, feierliches Stück Musik in einer schönen Inszenierung der Oper von Neapel.

Schon nahen sich die Edlen meines Landes - Opera di Napoli


Der hitzige Sängerkrieg

Handlung: Der Landgraf begrüßt die Gäste in der Halle und gibt «das Wesen der Liebe» als Thema des Wettstreits aus. Der Gewinner darf von Elisabeth den Preis seiner Wahl fordern. Wolfram ist der erste Sänger. Er beschreibt die Liebe als Quelle der geistigen Wonne. Tannhäuser ist als nächster dran. In einem aggressiven Ton beleidigt er Wolfram und beschreibt die Liebe als Quelle des sinnlichen Genusses.

O Wolfram, der du also sangest

Handlung: Ein dramatischer Sängerkrieg entspinnt sich in der Folge. Biterolf schaltet sich ein und der Landgraf muss ihn abhalten, sein Schwert zu ziehen. Wolframs Lied beruhigt die Lage kurzzeitig. Doch Tannhäuser giesst weiter Öl ins Feuer

Heraus zum Kampfe….

 

Handlung: Und schlussendlich brennen Tannhäusers Emotionen durch und er singt sein Preislied auf Venus.

Tannhäuser ist ein Rebell und will sich den Zwängen und Sittenkodexe der Landleute nicht beugen. So bleibt er der heimatlose Aussenseiter.

Dir, Göttin der Liebe soll mein Lied ertönen - Domingo

 

Elisabeth retteT Tannhäuser

Handlung: Erregung bebt durch den Saal, die Männer wollen mit den Schwertern auf Tannhäuser losgehen. Elisabeth, die am meisten von den Worten getroffen wurde, wirft sich dazwischen mit den Worten «Was ist die Wunde eures Eisens, gegen den Todesstoß, den ich von ihm empfing», sie bittet für sein Seelenheil. Die Gäste sind tief bewegt.

Elisabeth rettet Tannhäuser. Ein wunderschönes Ensemble-Stück entspinnt sich, in dem sich die Gäste tief bewegt (ab 5:25) zeigen „Ein Engel stieg aus lichtem Äther.“

Zurück von ihm – Studer

Tannhäuser bereut

Handlung: Tannhäuser ist erkennt seine törichte Handlung und der Landgraf befiehlt Tannhäuser sich den Pilgern anzuschließen, um in Rom Vergebung für seine Taten zu erbitten.

Ein grosses Finale mit den Solisten plus Pilgerchor.

Mit ihnen sollst Du wallen – Sinopoli / Domingo / Studer et al.

 

 

 

 

TANNHÄUSER AKT III

 

 

 

 

Ein düsteres Vorspiel schildert Tannhäusers Pilgerfahrt. Wagners Orchester hat im Tannhäuser an Farbe und Ausdruckskraft gewonnen. Es übernimmt immer mehr eine dramatische Rolle.

Prelude - Klemperer

Handlung: Resigniert beobachtet Wolfram die betende Elisabeth, deren einziger Lebenssinn darin besteht, auf Tannhäusers Rückkehr zu warten und bereit ist ihr Leben für die Sühne Tannhäusers zu geben.

Der berühmte Pilger Chor

Handlung: Plötzlich hört man den Chor der Pilger

Beglückt, darf nun dich, o Heimat, ich schauen

Handlung: Doch zu Elisabeths Verzweiflung ist Tannhäuser nicht unter ihnen.

Allmächtige Jungfrau - Norman

 

Handlung: Wolfram spürt Todesahnung in den Worten von Elisabeth und verabschiedet sich von ihr.

Wolfram ist in Wagners Massstäben eine ungewöhnliche Rolle. Der Bariton bekommt eine fast schon italienisch anmutende Melodie (Bellini lässt grüssen). Während der ganzen Oper wird dem Tenor eine so schöne Melodie wie diese verwehrt!

Mit düsterem Moll der Todesahnung beginnt diese Arie. Mit einer wunderschönen Flötenpassage leitet Wagner den ätherischen Mittelteil ein, die Vision des Abendsterns (Freundlich zeigst Du den Weg aus dem Thal). Begleitet von dem flirrenden Tremolo der Streicher hören wir ein entrücktes Singen des Wolframs, das in das Hauptthema überleitet, welches in einem wiegenden 6/8 Takt eine verträumte Stimmung erzeugt. Mit der Wiederholung des Themas in den Cellos endet dieses schöne Stück.

Bryn Terfel ist ein Sänger mit einer erstaunlichen Repertoire Breite. Wir hören eine innige, liedhafte Interpretation.

O du mein holder Abendstern - Terfel

 

Tannhäusers Rom-Erzählung

Handlung: Wolfram trifft auf den erschöpften Tannhäuser, der den Weg zum Venusberg sucht. Dieser erzählt Wolfram von seiner Romfahrt. Obwohl er alle mit Busse übertraf, fand er keine Vergebung beim Papst, dessen Worte waren: «Genauso wie der Pilgerstab keine Blätter mehr treiben könne, so sei seine Erlösung unmöglich.»

Tannhäuser steht fast die ganze Zeit auf der Bühne. Zum Schluss kommt das grosse „pièce résistance“, die 10 minuten lange Rom-Erzählung, in der der Tenor die letzten Kraftreserven mobilisieren muss.

Lauritz Melchior hat den Tannhäuser 144 mal auf der Bühne gesungen. Seine Stimme war der eines Heldentenors, der auch lyrisch und farbenreich singen konnte, was ihn zum grossen Wagner Tenor machte.

Lauritz Melchior war möglicherweise der grösste Wagner Tenor aller Zeiten. Der „grosse Däne“, wie ihn Cosima nannte war eine Urkraft. Er behauptete von sich selbst, er könnte den Tristan locker am Abend gleich zweimal singen. Er war ein Meister des pathetischen Ausdrucks, so war seine Rom-Erzählung meisterhaft.

Inbrunst im Herzen (1) - Lauritz Melchior

 

Eine packende Erzählung hören wir von Jonas Kaufmann.

Inbrunst im Herzen (2) - Kaufmann

Das Finale

Handlung: Darum will Tannhäuser wieder zur Venus. Diese erscheint, doch Wolfram bannt ihren Zauber durch den Namen Elisabeths, die auf einer Bahre tot hereingetragen wird. Tannhäuser sinkt sterbend über ihr zusammen. Pilger bringen den Pilgerstab aus dem frische Knospen sprießen. Alle preisen das Zeichen der göttlichen Gnade.

Gott ist grösser als sein Stellvertreter auf Erden. Noch einmal hören wir das Orchester mit dem flirrenden Klang des Venusbergs und als Kontrast dazu den Pilgerchor und den betenden Wolfram.

Dich ungetreuer Mann – Kollo, Dernesch, Weikl, Ludwig

 

 

 

 

 

Aufnahme Empfehlung

Es gibt keine eindeutige beste Aufnahme. Um einige zu nennen, möchte ich die Aufzeichnungen von Solti (DECCA), Konwitschny (EMI) oder Sinopoli (DG) erwähnen.

 

 

 

Peter Lutz, opera-inside, der online Opernführer zu TANNHÄUSER von Richard Wagner.

 

 

 

 

 

1 Antwort
  1. Anonymous
    Anonymous sagte:

    Nur mal der Hinweis, dass in den ersten zwei Bildern zu den Motiven in der Ouvertüre, fehler sind. Im ersten Bild müsste die Triole auf dem gleichen Ton starten, wie die Viertelnote zuvor. Im zweiten Bild müsste der dritte Ton der gleiche wie der zweite sein. Ich hoffe das wird geändert.

    Antworten

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