3 unsterbliche Stücke aus Bernsteins Oper Candide – die besten Interpretationen in YouTube
Diese Operette von Leonard Bernstein ist ein absolutes Juwel. Jedes der Stücke besitzt umwerfendem Humor, Leidenschaft und Musikalität. Es ist zugleich Komödie und Gesellschaftskritik. Zu Berühmtheit hat es die Ouvertüre gebracht und man muss fast schon zu Rossini zurück gehen, um ein Vorspiel zu finden, die so perfekt die Komik der Handlung festhält.
Die berühmte Ouvertüre
Bernsteins von Witz sprühende und musikalisch funkelnde Ouvertüre gehört zu den am meisten gespielten Stücken von amerikanischen, klassischen Komponisten. Im Stile von Rossini zitiert es viele Themen der Oper, die wir in Stücken wie «The Best of All Possible Worlds“, „Battle Music“, „Oh, Happy We“, und „Glitter and Be Gay“ antreffen werden.
Wir hören sie in der vom Komponisten persönlich dirigierten Interpretation.
Ouvertüre – Bernstein
Glitter and be Gay – die große Arie der Cunegonde
Die Titelrolle gehört zwar der männlichen Hauptrolle Candide, doch die berühmteste Arie darf Cunegonde singen. Diese Arie wurde ein Showpiece für Koloratursoprane.
Bernstein nannte Candide eine Valentin Karte für die europäische Oper. Diese Arie der Cunegonde die über Luxus und Schmuck singt, spielt nicht zufällig in Paris, denn es ist eine unverhohlene Parodie auf Gounods «Juwelenarie» aus dessen Meisterwerk «Faust».
Bei diesem Stück handelt es sich um eine Arie für Koloratursopran mit dem Anspruch einer Opernarie. Sie stellt die Interpretin vor einige Schwierigkeiten. Zum einen hat die Arie einen großen Tonumfang – es müssen drei hohe Es gesungen werden! – und zum anderen sind einige der verzierten Skalen äußerst vertrackt. Zudem muss das ganze muss mit scheinbarer Leichtigkeit und Witz gesungen werden, man befindet sich ja schließlich in einer Komödie.
Barbara Cook war die erste Cunegonde. Das Casting Team hatte dannzumal große Mühe eine geeignete Sängerin zu finden, die die hohen Noten hinbekam. Bernstein wählte Barbara Cook persönlich aus und coachte sie für diese schwierige Rolle. Cook verglich später das Singen dieses Stück mit einem athletischen Grosseffort. Auf der Aufnahme spürt man die Plackerei nicht mehr, die Singfreude in diesem Stück ist ansteckend.
Glitter and be gay – Cook
Der mitreissende Flamenco der alten Dame
Bei diesem weiteren umwerfenden Stück handelt es sich um einen Flamenco. Die alte Dame spricht von ihrer Herkunft aus Rovno Gobernia. Dabei handelt es sich nicht aus einer Ortsangabe Voltaires, sondern um einen Einfall Bernsteins. Und zwar war Rovno Gobernia der Geburtsort seines aus Russland emigrierten Vaters. Der Text dieses Stück stammt von Bernstein selber. Eine Anekdote besagt, dass er beim Texten auf Rovno Gobernia keinen Reim fand und seiner (spanisch sprechenden Frau) Felicia sein Leid klagte. Da die alte Dame im Flamenco spanisch singt, kam Felicia spontan der urkomische Vers «me muero me sale una hernia» («ich sterbe, ich glaub ich bekomm ne Hernie») ein (I am dying and growing a hernia).
Wir hören dieses Stück in einer wunderbaren Interpretation von Christa Ludwig.
I was not born in sunny hispania … I am so easily assimilated – Christa Ludwig
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