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Der online Opernführer & Handlung zu L’ELISIR D’AMORE

L’elisir d’amore gehört zum absolut Größten was die italienische «Opera buffa» im 19. Jahrhundert hervorgebracht hat. Donizetti kreierte mit Adina, Nemorino, Dulcamara und Belcore gleich vier großartige Figuren, die zu den begehrtesten Rollen ihrer Fächer gehören. Donizettis Melodiereichtum ist außergewöhnlich und die triumphale Uraufführung wurde zu einem der beglückendsten Momenten seiner Musikerkarriere.

 

Die grossartige Salzburger-Inszenierung mit Netrebko und Villazon auf DVD

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ÜBERBLICK & SCHNELLZUGRIFF

 

 

Inhalt

Handlung

Kommentar

Akt I

Akt II

 

Aufnahme Empfehlung

Aufnahme Empfehlung

Höhepunkte

Quanto è bella, quanto è cara

Come Paride vezzoso

Chiedi all’aura lusinghiera

Udite o rustici

Voglio dir…Obbligato

Adina credimi

Una tenera ochiattina

Una furtiva lagrima

Prendi, per mi sei libero

 

 

 

 

 

 

 

URAUFFÜHRUNG

Milan, 1868

LIBRETTO

Felice Romani, basierend auf Eugène Scribes Roman Le philtre

HAUPTROLLEN

Adina, reiche und launische Pächterin (Sopran) - Nemorino, einfältiger junger Landmann (Tenor) - Belcore, Sergeant und Rekrutierer (Bariton) - Dulcamara, ein Quacksalber (Bass)

AUFNAHME EMPFEHLUNG

DG mit Luciano Pavarotti, Kathleen Battle, Leo Nucci, Enzo Dara unter der Leitung von James Levine und dem Chor und Orchester der New York Metropolitan Opera oder als Fernsehaufzeichnung: ERATO, mit Anna Netrebko, Rolando Villazón, Leo Nucci, Ildebrando d’Arcangelo unter der Leitung von Alfred Eschwé und den Chor und Orchester der Wiener Staatsoper.

 

 

KOMMENTAR

 

 

Das Dilemma Donizettis

Donizetti war ein ausgesprochener Vielschreiber. 70 Opern zählt man in seiner vergleichsweise kurzen Kompositionsphase von weniger als 30 Jahre. Ihm diese große Zahl vorzuwerfen wäre ungerecht, denn die Rechtslage benachteiligte eindeutig die Komponisten. Wurden die Werke abgeliefert, hatte der Komponist das Recht zu einer einmaligen Entschädigung. Die Verwertungsrechte lagen anschließend beim Verleger oder Impresario. Der Schutz des geistigen Eigentums entwickelte es sich erst in den Jahren Verdis. Donizetti war freischaffend ohne jeden Gönner im Hintergrund. So musste er jedes Jahr zwei oder drei Werke erschaffen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Primadonnen waren deutlich bessergestellt, und deren Entschädigungen lagen um das mehrfache höher als dasjenige des Komponisten.

Natürlich finden sich im Schaffen Donizettis auch mediokre Werke. Doch einige seiner Opern sind Meisterwerke. Vier Werke stechen besonders hervor: Neben «La fille du régiment», «Lucia di Lammermoor» und «Don Pasquale» gehört auch «Elisir d’amore» zum Größten Donizettis und zu den großen Musikkomödien der Operngeschichte.

 

 

Die Entstehungsgeschichte von Elisir d’amore

Donizetti hat die Oper in unfassbaren 13 Tagen geschrieben. Der Zeitdruck rührte daher, dass ein Komponist des Mailänder Teatro alla Canobbiana (neben der Scala das volkstümliche, zweite Theater der Stadt) sein Auftragswerk nicht rechtzeitig fertigstellen konnte und das Theater deswegen kurzfristig eine Alternative brauchte. Der Impresario bat Donizetti eine bestehende Oper zu überarbeiten. Donizetti wollte das nicht, denn kurz zuvor musste er an der benachbarten Scala mit «Ugo, conte di Parigi» einen Reinfall in der lombardischen Hauptstadt hinnehmen und er wollte diese Scharte auswetzen. Man einigte sich darauf, dass ein neues Werk erstellt werden sollte. Der Librettist Romani wurde beauftragt innert sieben Tagen ein Libretto zu erstellen! Dies war nur möglich, indem Romani eine Vorlage des Vielschreibers Eugen Scribe aus der französischen Sprache übernahm und dem damalige Theater- und Kompositionsstil feste Schablonen zugrunde lagen. Natürlich hatte Donizetti auch einen Vorrat an Skizzen und Melodien, die er jederzeit aus der Schublade zücken konnte.

Es ist interessant Donizettis Autographen, denn er schrieb nur die Gesangslinien aus, dazu notierte er die Basslinien, um den harmonischen Verlauf zu kennzeichnen. Dazu ergänzte er noch Bemerkungen, wie zu instrumentieren sein. Der Kopist schrieb dann die Stimmen aus und stellte unter der Aufsicht Donizettis die Partitur fertig. Während den Proben erfolgte schlussendlich der Feinschliff.

 

 

Die Uraufführung

Als die Oper am 12. Mai 1832 uraufgeführt wurde erlebte Donizetti einen der glänzendsten Momente seiner Karriere. Die Ovationen des Publikums waren gigantisch, auch die Kritiken der Zeitungen überschlugen sich. Damit konnte Donizetti den Erfolg, den er mit «Anna Bolena» zwei Jahre zuvor erzielt hatte glänzend bestätigen, er wurde so endlich, auf Augenhöhe mit seinem Freund und Rivalen Bellini, zum führenden Opernkomponisten Italiens.

 

 

 

 

 

Handlung: Auf einem bauernhöflichen Gut in einem baskischen Dorf. Unter dem Baum ruhen sich die Landarbeiter in einer Arbeitspause aus.

Mit einer pastoralen Szene von Dorfbewohnern, die zu einer tänzerischen Melodie singen öffnet sich der Vorhang.

Bel conforto al mietitore – Levine

Handlung: Nemorino ist ein schüchterner und etwas einfältiger Bauer. Er ist in die vermögende, gutaussehende Besitzerin Adina verliebt. Er ist bedrückt, denn Adina beachtet ihn nicht.

In dieser Kavatine (eine liedhafte Arie) zeichnet Donizetti einen einfachen, nachdenklichen und verliebten Mann. In schlichtem C-Dur singt Nemorino seine Sehnsucht nach der Liebe der Adina. Einzig bei «Essa legge, studia…» hören wir eine Moll-Eintrübung, die bedeutet, dass Adina durch ihre Bildung möglicherweise unerreichbar für Nemorino sein wird.

Wir hören in dieser Aufnahme Luciano Pavarotti. Die Rolle des Nemorino war eine seiner absoluten Paraderollen. In dieser Rolle feierte er in vielen Opernhäusern regelrechte Triumphe. Das Stimmfach erfordert einen lyrischen Tenor und die Rolle einen einfachen, aber verschmitzten Lausbuben, das passte einfach perfekt zu Luciano Pavarotti.

Quanto è bella, quanto è cara  – Pavarotti

 

 

Adina erzählt die Legende des Liebestranks aus «Tristan und Isolde»

Handlung: In einer Arbeitspause liest sie ihren Arbeitern aus dem Buch von «Tristan und Isolde» vor und amüsiert sich darüber, wie sich die beiden mittels eines Liebestranks zueinander gefunden hatten. Nemorino hört interessiert aus der Ferne zu. Er begreift, dass er sich in derselben Situation befindet und wünscht er hätte so einen Liebestrank.

Donizetti eröffnet diese Passage mit einem höfischen Walzer, um die gebildete Adina zu portraitieren und wechselt dann im Chorteil der Landleute in eine einfachere Melodie. Zum Schluss singt Adina in einem brillanten Modus. Donizetti schildert mit diesem Auftritt der eloquenten Adina einen Kontrast zum einfachen Nemorino.

Wir hören diese Szene mit Anna Netrebko aus der hinreißenden Produktion der Wiener Staatsoper von 2005 (basierend auf der zeitlosen Inszenierung Otto Schenks), die in dieser Rolle brilliert hat. Vielleicht war das Fach der Koloratursopranistin nicht ihr ureigenstes Fach, doch ihre darstellerischen Künste machten diese Produktion zu einem großen Ereignis.

Della crudele Isotta  –  Netrebko

Belcores gestelzter Auftritt

Handlung: Eine Gruppe Soldaten trifft im Dorf ein. Der eingebildete Unteroffizier Belcore wirbt Rekruten für die Armee und macht der hübschen Adina den Hof. Adina, zwar geschmeichelt, weist ihn ab.

Die Begleitung zu diesem Gesang des Unteroffiziers hat Donizetti durchwegs in einfachen Triolen geschrieben, was dem Belcore etwas Einfaches und Steifes gibt, ohne ihn unsympathisch wirken zu lassen. Doch seine Affektiertheit lässt ihn gegenüber Nemorinos Ehrlichkeit als künstlich erscheinen. Adina neckt den stolzen, selbstbewussten Sergeanten, indem sie die gestelzten Worte frech wiederholt und das ganze endet in einem rossinianischen komödiantischen Crescendo.

Come Paride vezzoso – Nucci / Netrebko

Nemorino verzweifelt an Adina

Handlung: Zum wiederholten Mal spricht Nemorino Adina seine Liebe aus, doch diese lacht ihn aus. Adina ist zu stolz, um den hübschen, aber naiven jungen Mann zu beachten. Für sie gibt es nur eines, man muss seinen Geliebten öfters wechseln. Nemorino ist verzweifelt.

Im ersten Teil singt Adina über die Unbeständigkeit der Liebe. Dazu lässt Donizetti Adina das letzte Wort «infedel» wunderbar kapriziös mehrfach wiederholen und immer wilder ausschmücken. Anschließend hören wir ein schönes Duett mit Nemorino, bei dem er artig die Melodie von Adina einfältig wiederholt, was Adina zeigt, dass Nemorino nicht ein Kaliber von Liebhaber ist, welches sie sucht.

Wir hören Kathleen Battle, eine leichten Koloratursopranistin. Sie singt eine sehr exquisite, vornehme Adina. Im Duett hören Sie sie mit Luciano Pavarotti.

Chiedi all’aura lusinghiera  –  Pavarotti / Battle


 

Donizetti gibt jeder Figur ein Gesicht

Handlung: Auf dem Dorfplatz kommt eine Menschenmenge zusammen. Der fahrende Quacksalber Dulcamara bietet seine Heilmittel gegen alle möglichen Leiden an. Selbstbewusst preist er seine Heilerfolge bei körperlichen und seelischen Leiden an.

Im ersten Bild hat Donizetti jeder Figur eine Kavatine eingeräumt und den Rollen ein klares Gesicht gegeben. Zuerst der romantisch schmachtende Nemorino, anschließend die vordergründig kapriziöse Adina und als Dritter als maximaler Kontrast zu Nemorino der machohafte im besten Buffostil übertriebene Charakter des Belcore. Als vierter Hauptdarsteller tritt Dulcamara auf die Bühne.

Mit der Autorität eines Heralds tritt Dulcamara auf. Er kündigt sich als großer Wissenschaftler an und redet sich schon nach kurzer Zeit ins Abseits. Donizetti begleitet die Rhetorik des Quacksalbers mit durchgehend punktierten Noten der Violinen und Flöten, was der langen Rede eine Magie der Unterhaltsamkeit und Komik gibt.

Wir hören Enzo Dara in einer gelungenen komödiantischen Darstellung des Quacksalbers.

Udite o rustici – Dara

 

Donizettis komödiantisches Duett von Dulcamara und Nemorino

Handlung: Nemorino erinnert sich an Adinas Geschichte und fragt Dulcamara, ob er auch ein Liebestrank der Königin Isolde habe. Der bauernschlaue Dulcamara erkennt die Situation sofort und freut sich über ein leichtes Geschäft und verkauft dem ahnungslosen eine Flasche Wein als Liebestrank. Allerdings mit Einsetzen der Wirkung erst in 24 Stunden (wenn Dulcamara wieder aus dem Dorf verschwunden ist).

Donizetti komponierte das Duett dieser zwei Einfaltspinsel sehr geschickt. Er lässt dieselbe melodische Struktur ohne Entwicklung drei Mal wiederholen. Während Nemorino musikalisch gefesselt in langen Kantilenen singt, nimmt Dulcamara das leichte Opfer auf die Schulter.

Wir hören das wunderbare Duett von Nemorino und Dulcamara in zwei Varianten. Zuerst die Version aus einer Produktion der Met aus dem 1988 mit Luciano Pavarotti und Enzo Dara. Daras Spezialität der schnell gesungenen Worte («Sillabato») erzeugt in Kombination mit Pavarottis wunderbaren lyrischen Passagen einen großen Genuss für den Hörer.

Voglio dir…Obbligato – Pavarotti/Dara/Levine

 

 

Belcanto – ein Rückblick auf die Gesangskultur vor 100 Jahren

Interessierte finden die Aufnahme des Duetts aus dem Jahr 1908. Die Aufnahme, von Klavier begleitet, gibt einen interessanten Einblick in die Gesangskultur des 19 Jahrhunderts. Der Tenor Fernando de Lucia (1860-1925) trug den Ehrentitel «Gloria d’Italia». Geboren dreissig Jahre nach der Uraufführung des Elisir, widerspiegelt sein Gesang die Belcanto Tradition seiner Zeit. Auffallend ist, dass der Gesangsvortrag mehr Rubato und Dolcezza aufweist, als wir das heute gewohnt sind.

Wir hören de Lucia in der Passage «Obbligato, obbligato». Shaw-Taylor weist auf das absolute ebenmäßige Singen in Terzen hin und auf «das lange Rubato mit Diminuendo auf dem Wort «beato», wenn die Stimmen strömend auf G und E liegen, wobei der Ton zu einem Faden wird, zeigt das traditionelle Buffo-Singen in musikalischer Vollkommenheit».

Obbligato  –  de Lucia / Badini

 

 

Nemorino trinkt den Liebestrank

Handlung: Nemorino trinkt die Flasche sofort aus und bald schon singt er fröhlich vor sich hin. Adina läuft vorbei und spricht ihn erstaunt an, sie habe ihn noch nie so fröhlich gesehen. Mit dem Getränk ist Nemorinos Selbstsicherheit gewachsen und er erwidert ihr, dass er morgen mit seiner Geliebten zusammen sein werde. Adina in der Meinung, dass Nemorino eine andere meint, ist in ihrer Eitelkeit schwer getroffen.

Nun besitzt Nemorino auch eine Waffe, er ist mit dem Wein ausgerüstet und der psychologische Kleinkrieg mit Adina nimmt seinen Lauf. Adina hat bemerkt, dass sich etwas bei Nemorino verändert hat. Durch den Wein ermutigt, wagt Nemorino eine eigene Melodie («Esulti pur la barbara»), und dieses Mal ist es Adina, die sie brav wiederholt. Er fordert sie sogar zweimal mit Koloraturen heraus, die sie resolut zweimal mit deutlichen Spitzentönen beantwortet. Nun endet das Duett mit einem Unisono der Stimmen, ein Zeichen, dass sich Nemorinos Ansehen bei Adina gesteigert hat.

Sehen Sie diesen Ausschnitt in einer Aufnahme aus 2005 mit einem herrlich komödiantischen Rolando Villazón und Anna Netrebko.

Caro Elisir…Esulti pur la barbara  –  Villazón / Netrebko

 

 

Adina wirft sich Belcore an den Hals

Handlung: Da trifft es sich gut, dass Belcore vorbeiläuft. Adina verspricht ihm die Hochzeit. Der Termin soll in sechs Tagen sein, worüber Nemorino sich amüsiert, da er bis dann die Liebe von Adina gewonnen haben wird.

Nun geht die Komödie weiter. Nemorino hat sich bereits als Gewinner gesehen und zu seinem Leidwesen trifft Belcore ein. Donizetti zeigt sich weiter als gewiefter Musik-Psychologe: ab dem Moment als sich Adina Belcore verspricht, singen Nemorino und Adina unisono eine schwärmerische Melodie, während Belcore seinen eigenen musikalischen Motiven nachgeht. Die Musik erzählt eine andere Geschichte als das Libretto.

Tran, tran, tran…In Guerra ed in amor  –  Nucci


 

Die Geschichte nimmt eine dramatische Wendung

Handlung: Da wird Belcore die Meldung überbracht, dass sein Regiment am folgenden Tag einrücken muss. Adina und Belcore vereinbaren darauf die sofortige Hochzeit. Nemorino ist entsetzt und bittet Adina flehentlich die Hochzeit noch einen Tag aufzuschieben. Adina triumphiert, als sie Nemorino sieht vor ihr im Staube zu kriechen. Doch niemand hat ein Gehör für den verzweifelten Nemorino.

Nach dieser veritablen «Colpo di scena» haben sich die Kräfte verschoben. In dieser gefühlsgetränkten Arie, eine der Höhepunkte der Oper, bittet Nemorino um Aufschub, der in einem emotionalen hohen Ton endet. Nun ist Adina sicher, dass er sie liebt, will sich aber rächen («Ich will mich rächen, ich will ihn quälen, dass er bereut und mir vor die Füße fällt»). Doch auch in dieser Szene spricht die Musik eine andere Sprache, denn in der Musik ist sie schon Nemorino verfallen, sie wiederholt mehrmals sklavisch Nemorinos schmachtende Melodie und die Szene geht über in ein Concertato.

Sehen Sie die Szene wiederum in der komödiantischen Wiener Inszenierung.

Signor sergente, signor sergente… Adina, credimi

 

Hören Sie diese Arie auch von Tito Schipa in einer großartigen Aufnahme aus 1924. Kein Tenor kann so viel Ausdruck in seine Stimme bringen. Das Flehen des Nemorino ist herzerweichend ohne larmoyant zu werden. Wunderbar wie er am Schluss der Arie ein wunderbares Diminuendo hinzaubert. Es gibt eine erhellende Anekdote zu dieser Fähigkeit Schipas. «Schipa soll angeblich eine besondere Trainingsmethode empfohlen bekommen haben: eine brennende Kerze vor dem singenden Mund durfte nicht mit einem Mal ausgeblasen werden, sondern sollte während des Singens langsam verlöschen – wenn Schipa seine Kunst des Diminuendo dabei gelernt hat, dann sollten Kerzen künftig ein wesentlicher Bestandteil des Gesangunterrichts werden» (Fischer, «Große Stimmen»).

Adina credimi – Tito Schipa

 

 

Adinas Rache

Handlung: Um sich an Nemorino zu rächen, lädt Adina die ganze Dorfbevölkerung zur Hochzeit ein.

Andiamo, Belcore… A lieto convito

 

 

 


 

 

 

 

Die Hochzeits-Vorbereitungen

Handlung: Auf dem Hof laufen die Vorbereitungen zur Hochzeit. Dulcamara und Adina improvisieren ein kleines Theaterstück.

Cantiamo, facciam, brindisi … io son ricco e tu sei bella  –  Battle / Dara

 

 

Das zweite Elisir wirkt…

Handlung: Nemorino wendet sich verzweifelt an Dulcamara. Dieser empfiehlt ihm eine zweite Flasche zu kaufen, um die Wirkung zu beschleunigen. Doch Nemorino hat all seine Ersparnisse für die erste Flasche ausgegeben. Ausgerechnet sein Rivale Belcore bringt ihn auf die Idee sich anwerben zu lassen, so kann Belcore einen Rekruten gewinnen und sich gleich noch einen Konkurrenten vom Hals schaffen. Nemorino schlägt ein, und mit der Anwerbesumme kauft er eine zweite Flasche, um noch vor der Hochzeit Adinas Herz zu gewinnen. Inzwischen hat ein Mädchen erfahren, dass Nemorinos reicher Onkel gestorben sei und diesem eine hübsche Summe vererbt hat. Plötzlich wird der unwissende Nemorino von den Dorfmädchen umringt. Nemorino ist nun von der Wirkung des Liebestranks überzeugt. Dulcamara, selbst erstaunt über die Wirkung, brüstet sich mit dem Wundermittel.

Hören Sie Luciano Pavarotti aus der Bonynge-Aufnahme von 1970.

Dell elisir mirabile  –  Sutherland / Pavarotti

Das Blatt wendet sich

Handlung: Adina, die nichts vom Tod des Onkels weiß, erfährt von Dulcamara dass Nemorino sich ihretwegen bei Belcore verkauft hat. Gerührt kauft Adina den Werbeschein zurück. Dulcamara will ihr auch eine Flasche verkaufen. Sie lächelt nur und meint, sie wolle Nemorino mit ihren Augen und ihrem Lächeln gewinnen.

Sehen Sie eine hinreißende Anna Netrebko aus der Fernseh-Aufnahme der Wiener Staatsoper.

Una tenera ochiattina – Netrebko

 

Donizettis berühmte Arie “una furtiva lagrima”

Handlung: Nemorino glaubt, bei Adina eine Träne erkannt zu haben, als die Mädchen ihn umgarnt haben.

Von einem Fagott-Solo und Harfe eingeleitet (eine interessante Kombination!) beginnt diese berühmte Arie. Neben der Schönheit ihrer Motive besticht sie die Besonderheit, dass der erste Teil der Strophe jeweils in Moll und der zweite Teil in Dur gehalten ist. Dieser Übergang von Schmerz zu Hoffnung wird durch die expressive Instrumentierung mit Fagott und Klarinette wunderbar verstärkt.

1901 sang Enrico Caruso diese Arie zum ersten Mal.  Es war seine Debut Saison an der Scala und Toscanini dirigierte. Was darauf folgte war die größte Ovation, die bis anhin in diesem Theater erschallte. Sie wurde dann in der Folge eine der wichtigsten Opern in seiner Karriere an der Met. «Una furtiva lagrima» war unter den ersten Arien die Caruso aufnahm und wurde (neben «Vesti la giubba») zu seinem Markenzeichen. In dieser Aufnahme, die mit einem modernen Orchester untermalt wurde, ist das klassische Rubato zu hören. Hören Sie beispielsweise auf dem zweiten «Che più cercando io vo», welches, verbunden mit einem grandiosen accelerando, doppelt solange ist als das von Pavarotti 80 Jahre später. Dasselbe kann man sagen zu dem (wunderbar) langen ritardando auf «Io la vedo». Im zweiten Teil der Arie stellt sich Nemorino vor, Adina in seinen Armen zu halten und ihren Herzschlag zu fühlen. Hören Sie Enrico Caruso wie er diese Passage zärtlich singt und dann mit einem das «Cielo» jubelt. Das finale Crescendo auf «Si può morir» beglückt mit dem vollendeten Anschwellen des Tons und den glühenden Schlusstönen.

Was ist der Grund für diese Diskrepanz zwischen den Interpretationen Carusos und Pavarottis? Im 20. Jahrhundert schlug die Stunde des Tyrannen Toscanini, der unter dem Titel der Werktreue den Sängern das Rubato austrieb und damit die Interpretation bis heute in neue Bahnen führte.

Una furtiva lagrima (1)  –  Caruso

 

Eine weitere Aufnahme von Luciano Pavarotti.

Una furtiva lagrima (2)  –  Pavarotti

 

Und eine Dritte von Placido Domingo.

Una furtiva lagrima (3)  –  Placido Domingo

 

Adinas virtuose Arie

Handlung: Sie bringt den Werbeschein Nemorino und gesteht ihm ihre Liebe. Nemorino ist im siebten Himmel.

An dieser Arie ist gut ersichtlich, dass Donizetti als Finale nicht einfach Rossinis überdrehten Buffo-Stil kopierte, sondern auch in einer Buffo Oper sentimentale oder melancholische Stellen wie beispielsweise in «Prendi, per me sei libero» komponierte.

Wir hören diese Aufnahme zuerst mit Joan Sutherland. Bestechend, wie Sie die Koloraturen dieses Stücks meistert.

Per me sei libero  –  Sutherland

 

Eine zweite Aufnahme von Maria Callas

Prendi, prendi, per mi sei libero  –  Callas

 

Und eine dritte Aufnahme von Hilde Güden mit Giuseppe di Stefano. Sie besticht durch ihre Schlichtheit und die schönen Linien.

Prendi, prendi, per mi sei libero  –  Güden

 

 

Das letzte Wort gibt Donizetti dem Dulcamara

Handlung: Dulcamara preist dem ganzen Dorf seinen Liebestrank an, bevor er sich aus dem Staub macht. Das ganze Dorf deckt sich mit der wunderbaren Essenz ein.

Ei coregge ogni defetto – Odena

Aufnahme Empfehlung

 

DG mit Luciano Pavarotti, Kathleen Battle unter der Leitung von James Levine und dem Chor und Orchester der New York Metropolitan Opera

oder als Fernsehaufzeichnung:

ERATO, mit Anna Netrebko, Rolando Villazón, Leo Nucci, Ildebrando d’Arcangelo unter der Leitung von Alfred Eschwé und den Chor und Orchester der Wiener Staatsoper.

 

 

Peter Lutz, Opera-inside, der online Opernführer zu Elisir d’amore von Gaetano Donizetti

 

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