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Online Opernführer & Handlung zu Francesco Cilea’s ADRIANA LECOUVREUR

Cilea bewies mit dieser Oper, dass er ein großes Gefühl für Dramatik besass und zeigte sich als begnadeter Melodiker.

 

 

Inhalt

Handlung

Kommentar

♪ Akt I  (Theater Szene)

♪ Akt II  (Grange Batelière Szene)

♪ Akt III  (Souper Szene)

♪ Akt IV  (Sterbe Szene)

 

Aufnahme Empfehlung

 

Höhepunkte

Io son l’umile ancella

La dolcissima effigie

Acerba volluttà 

L’anima ho stanca 

Giusto cielo! Che feci in tal giorno 

Poveri fiori 

Ove dunque son’io… Scostatevi profani  (Sterbe Szene)

 

 

 

ROLLEN & HANDLUNG VON ADRIANA LECOUVREUR IN 4 MINUTEN

 

 

 

 

URAUFFÜHRUNG

Mailand, 1902

LIBRETTO

Arturo Colautti nach dem Schauspiel Adrienne Lecouvreur von Eugène Scribe.

HAUPTROLLEN

Adriana Lecouvreur, Schauspielerin an der Comédie-Française (Sopran) - Maurizio, Graf von Sachsen (Tenor) - Principe, Fürst von Bouillon (Bass) -Principessa, Fürstin von Bouillon (Mezzosopran) - Michonnet, Regisseur an der Comédie-Française (Bariton) Abbate, Vertrauter des Fürsten von Bouillon (Tenor)

AUFNAHME EMPFEHLUNG

DECCA, Renata Tebaldi, Mario del Monaco und Giulietta Simionato unter der Leitung von Franco Capuana und dem Orchester und Chor der Accademia di Santa Cecilia, Rom.

 

 

 

KOMMENTAR

 

Das Libretto

Das Werk wurde 50 Jahre vor Cileas Vertonung als Theaterstück bekannt, und war beispielsweise eine Rolle der großen Tragödin Sarah Bernhard (die auch das Vorbild zu Puccinis Tosca war). Die literarische Vorlage des Romans stammt von dem Franzosen Eugen Scribe und basiert auf einer tatsächlich lebenden Person namens Adrienne Lecouvreur, einer Schauspielerin der Comédie-Francaise aus dem 18. Jahrhundert (siehe weiter unten im Abschnitt «historischer Hintergrund»). Scribe war ein bekannter Schriftsteller und Librettist, er hatte unter anderem die Vorlagen für Opern von Meyerbeer für die Grand Opéra geschrieben. Seine Stoffe waren oft ausschweifend, und so ist die von Colautti ins Libretto gegossene Handlung von Adriana Lecouvreur etwas überfrachtet und konstruiert.

 

 

Der historische Hintergrund

Die Schauspielerin Adriana Lecouvreur hat es tatsächlich gegeben. Sie wurde berühmt durch ihren deklamatorischen Stil. Sie war lange liiert mit Moritz von Sachsen und die Fürstin von Bouillon war eine Rivalin. Sie war eine enge Freundin Voltaires und Interpretin dessen Werke und soll in seinen Armen gestorben sein. Ihr relativ junger Tod (mit 37 Jahren) führte zu Spekulationen und bildete den Rahmen für die Handlung des Dramas. Man vermutet, dass sie in Tat und Wahrheit an einer «Unterleibs-Entzündung» gestorben ist, vermutlich eine Ruhr, die auf die katastrophalen hygienischen Verhältnisse in der französischen Hauptstadt zurückzuführen war.

 

 

Die Musik

Cilea war ein echter Theatermann und viele der Szenen dieser Oper sind musikalisch und dramatisch großartig konstruiert und reichen an die besten Augenblicke von Puccini. «Adriana Lecouvreur» ist eine typische Primadonnen-Oper, die immer dann hervorragend funktioniert, wenn die Hauptrolle mit einer Sängerin mit großer Ausstrahlung besetzt wird. Besonders mit dieser Rolle verbunden bleiben die Namen von Magda Olivero und Renata Tebaldi, von denen Sie verschiedene Aufnahmen in der Playlist finden werden.

Mit L’Arlésienne und Adriana Lecouvreur hat Cilea zwei Opern geschrieben, die bleibende Gültigkeit haben. Beide hat er vor seinem 36. Altersjahr geschrieben. Es ist die Tragik eines Künstlers, bereits in jungen Alter den Höhepunkt erlebt zu haben. Er verstummte mit 40 Jahren, später waren es nur noch kleinere Nebenwerke, die er veröffentlichte.

 

 

Die Rezension

Die Oper musste immer wieder Kritik einstecken. Kritikpunkte waren, dass sie schwächere Szenen habe, dass drei oder vier Motive immer wieder erscheinen ohne harmonische Fort-Entwicklungen zu erhalten, und dass die Musik sehr theatralisch sei. Dem ist entgegen zu halten, dass Cilea ein großes Gefühl für Dramatik hatte, sich als begnadeter Melodiker zeigte, und dass die Oper mit großen Stimmen eine außerordentliche Wirkung erzielen kann.

 

 

 

 

ADRIANA LECOUVREUR AKT I

 

 

Handlung: Auf einer Theaterbühne. Die Schauspieler sind in hektischer Vorbereitung für eine Abendvorstellung. Die weiblichen Hauptdarstellerinnen des Abends sind die Duclos und Adriana Lecouvreur. Michonnet, der Regisseur des Hauses, ist emsig beschäftigt, die letzten Vorkehrungen zu treffen. Er ist heimlich verliebt in Adriana Lecouvreur. Der Fürst von Bouillon, ein Mäzen des Theaters und heimlicher Liebhaber der Duclos, tritt in Begleitung seine Adlaten, dem Abbé auf. Die beiden schäkern galant mit den Damen auf der Bühne.

 

Die dialogisierenden Passagen wie an dieser Stelle, wo sich die Sänger ins Wort fallen sind reizend und mit wunderschönen Motiven begleitet, was einen «französisch»-galanten Effekt ergibt. Sie sind sehr gekonnt in einem galanten Stil geschrieben und kontrastieren stark mit den zeitgenössischen effekthaschenden Opern des Verismo. Trotzdem wird die Adriana kultur-historisch dem Verismo zugeordnet.

Madamigella, come vi chiamerem stasera  –  D’Artegna / Ginzer / Sénéchal Stuart / Terfel

 

 

Die Adriana der Magda Olivero – “Io son l’umile ancella“

Handlung: Adriana erscheint. Sie weist die Schmeicheleien ab und erklärt lediglich die demütige Magd des schöpferischen Genies zu sein.

Verschiedene Szenen dieser Oper sind ein Theaterstück im Theaterstück. Dies ist ein interessanter Effekt, den sich schon Cileas Zeitgenosse Leoncavallo im «Pagliacci» zu Nutzen machte. Adriana präsentiert sich als aufrichtige Künstlerin, die mit demselben Tiefgang im Theater auftritt, wie sie auch im wahren Leben den Menschen Maurizio liebt. Kritiker tun diese Arie gelegentlich als «Schmacht-Stück» ab, doch sie gibt der Künstlerin eine herausragende Gelegenheit, die Rolle mit ihrer Persönlichkeit auszufüllen.

Hören Sie Magda Olivero. Cilea soll sie allen anderen Sängerinnen vorgezogen haben. Kurz vor seinem Tode wollte Cilea sie noch einmal hören und sie nahm  nach ihrem heiratsbedingten Rückzug aus der Oper noch einmal ein Engagement im Jahr 1951an. Leider war es zu spät für Cilea, der  wenige Monate zuvor verstarb. Olivero war eine hervorragende Sänger-Schauspielerin und sie verstand es, ihre Heldinnen gleichermassen stark wie auch zerbrechlich wirken zu lassen. Sie war ein Verismo-Sopran par excellence, ihre Interpretationen sind sehr expressiv. Schluchzen, heftiges Atmen und andere Stilelemente waren in ihrem Ausdrucksrepertoire vertreten.  Sie hatte eine eingefleischte Fan Gemeinde, die sie überallhin begleitete.

Io son l’umile ancella  –  Olivero

 

Wir hören auch Renata Tebaldi in dieser Eröffnungsarie. Ihre Interpretation ist anrührend, ihre Stimme ist samtweich und die Expansionen sind grossartig.

Io son l’umile ancella  –  Tebaldi

 

In der Playlist finden sie ein interessantes Dokument der großen Rosa Ponselle, einer der herausragendsten Adriana der Geschichte. Leider gibt es keine Tondokumente von ihr aus den zwanziger Jahren, wir können von ihre lediglich Hausmusik aus dem Jahr 1953 (in ihren späten Fünfzigern), wo sie sich selbst am Klavier begleitet und ein befreundeter Toningenieur einen Recorder dabeihatte.

Io son l’umile ancella  –  Ponselle

 

Wahrscheinlich die beste Adriana des Beginns des 21. Jahrhunderts ist Anna Netrebko. Mit dunklerer gereifter Stimme begeisterte Anna Netrebko 2019 in New York und Salzburg das Publikum besonders in den lyrischen Passagen dieser Oper.

Io son l’umile ancella  –  Netrebko

 

 

Maurizio Auftritt mit der schönen Arie «la dolcissima effigie»

Handlung: In einer kurzen Pause nimmt Michonnet sein Herz in die Hände und will Adriana, die er seit 5 Jahren liebt, seine Liebe gestehen. Er erzählt ihr von einer kürzlichen Erbschaft und von Heiratsplänen. Als er ihr seine Liebe gestehen will, erzählt ihm Adriana unter Verschwiegenheit, dass sie Maurizio, ein Fähnrich des Grafen von Sachsen liebt. Sie weiß nicht, dass Maurizio in Tat und Wahrheit der Graf selbst ist. Maurizio ist in einer Schlacht verwundet worden, und sie hat gehört, dass er in der Stadt sei. In diesem Moment taucht Maurizio auf. Er gesteht ihr seine Liebe.

Die Partie des Maurizio gehört für Tenöre nicht zu den A-Rollen. Zugegebenermaßen hat die Rolle sehr schöne Arien, doch musikalisch und dramatisch bietet sie dem Tenor wenig Gelegenheit sein Können zu zeigen.

Domingo sang den Maurizio etwas über dreißig Mal in seiner Karriere. Er machte sein Met Debüt in dieser Rolle im Jahr 1968.  Allerdings nicht so wie geplant, denn an diesem Abend war Franco Corelli als Maurizio eingeplant. Domingo war erst fünf Tage später als Zweitbesetzung vorgesehen. Domingo wollte an diesem Abend die Vorstellung besuchen und hatte den ganzen Tag an der Met für Turandot hart geprobt. Corelli sagte die Vorstellung erst 40 Minuten vor dem offiziellen Beginn ab und Rudolf Bing, der Direktor der Met, rief Domingo im Hotel an und teilte ihm mit dass er einspringen müsse… Domingo, der gerade dabei war sich zu rasieren und für den Opernbesuch bereit zu machen, war innerlich aufgebracht, da er sicher war, dass Corelli so kurzfristig absagte, damit Domingo einspringen musste und nach einem schlechten Abend die entsprechende Kritik einfahren würde. Es kam aber anders. Der Abend wurde zum Triumph und Renata Tebaldi, die Adriana des Abends, war des Lobes voll über ihren Partner. Wir hören Placido Domingo mit einer Aufnahme aus diesem Jahr.

La dolcissima effigie   –  Domingo

 

Eine zweite Version hören wir von Carlo Bergonzi. Er war ein lyrischer Tenor mit einer wunderschönen Stimme und großartiger Technik. Die Aufnahme begeistert durch große Musikalität und den Fluss der Stimme.

La dolcissima effigie  –  Bergonzi

 

Adriana übergibt Maurizio den Veilchenstrauß

Handlung: Adriana will beim Fürsten für seine Beförderung werben. Maurizio will das aber nicht und verspricht ihr, sie nach der Aufführung am Bühnenausgang zu erwarten. Adriana schenkt ihm als Pfand einen Strauß Veilchen. Der Abbé und der Fürst treten auf. Der Abbé hält einen Brief der Duclos in der Hand, den er abgefangen hat. Der Fürst von Bouillon ist eifersüchtig und will wissen, was im Brief steht. Es ist eine Einladung an einen Mann zu einer Besprechung einer hochpolitischen Angelegenheit bei ihr zu Hause. Was er nicht weiß ist, dass die Duclos den Brief im Auftrag der Fürstin von Bouillon geschrieben hat. Der Empfänger ist der Graf von Sachsen, der an diesem Abend in einer Loge weilt. Der Fürst sieht die Politik nur als Vorwand und will das vermeintliche Stelldichein platzen lassen, in dem er an diesem Abend ein Fest für die Schauspieler nach der Aufführung ankündigt. Hinter der Bühne beklagt Michonnet sein Schicksal.

Ecco il monologo  –  Bastiannini

 

Handlung: Er muss einer Schauspielerin einen Brief als Requisite übergeben. Doch er findet ihn nicht. Da tritt Maurizio mit dem Brief der Duclos in der Hand auf. Er will Adriana mitteilen, dass er das Theater verlassen müsse und heute Abend sie deswegen nicht sehen kann. Mittlerweile hat das Stück begonnen und er hat die Idee, den Brief Michonnet als Requisite zu geben, und so würde Adriana als Empfängerin die Information auf diesem Wege erhalten. Maurizio verlässt das Theater und erfährt nicht, dass Adriana aufgewühlt ist als sie den Brief erhält. Derweil lädt der Fürst die Truppe zu sich zum Souper.

Adriana avrà due mie parole –  del Monaco / Fioravanti

 

 

 

 

 

 

ADRIANA LECOUVREUR AKT II

 

 

Die Rivalin der Adriana präsentiert sich mit «Acerba volluttà»

Handlung: In der Villa der Duclos. Die Fürstin von Bouillon erwartet aufgewühlt den Grafen von Sachsen.

Der Kontrast der zwei Rivalinnen um das Herz von Maurizio könnte nicht grösser sein. Hier die gewissenhafte Künstlerin Adriana und dort die von niederen Gefühlen getriebene Fürstin. Die Musik beginnt mit einem fieberhaft bewegten Motiv im Orchester und sie beginnt mit folgenden Worten ihren Auftritt:

Herber Genuss, süße Qual,
langer Schmerz, jähe Beleidung
Glut, Kälte, Zittern, Wut und Furcht
ist das Waren dem liebenden Herzen

Cilea arbeitete in dieser Oper mit Leitmotiven. Das Thema dieser Arie wird später in der Sterbeszene von Adriana zitiert werden. Im mittleren Teil der Arie werden Gesang und Begleitung bei den Gedanken an Maurizio lyrisch, dieses Gebet zum Abendstern ist schwungvoll und doch zärtlich.

Anita Rachvelishvili ist ein aufgehender Stern am Opernhimmel. Eine Mezzosopranistin mit einer reichen Stimme und schöner Tiefe und Höhe.

Acerba volluttà  –  Anita Rachvelishvili

 

Handlung: Maurizio war ein Verehrer der Fürstin und sie hat für ihn am Hof des Königs lobbyiert. Sie warnt ihn, dass einflussreiche Kreise ihn im Kerker sehen wollen und rät ihm Paris zu verlassen. Sie sieht die Veilchen an seinem Revers und ist eifersüchtig. Resigniert stellt sie fest, dass Maurizios Herz einer andern gehört. Sie will ihren Namen wissen.

L’anima ho stanca  –  Corelli

 

Eine zweite Version hören wir von Jonas Kaufmann. Er begeisterte das Publikum in der Rolle des Maurizio. Er singt diese Arie mit einer Melancholie, die unter die Haut geht.

L’anima ho stanca  –  Kaufmann

 

Adriana und Maurizio treffen sich überraschend

Handlung: Trotz ihrem Drängen will Maurizio den Namen nicht nennen. In diesem Moment hören Sie eine Kutsche. Panik erfasst die Fürstin, als sie realisiert, dass es ihr Mann ist, und sie versteckt sich in einem Seitenzimmer. Maurizio empfängt den Fürsten, der glaubt ihn auf frischer Tat mit der Duclos ertappt zu haben. Er wolle aber mit der Duclos nichts mehr zu tun haben und überlasse sie dem Grafen, welcher nun die die Verwechslung erkennt. Nun trifft auch Adriana ein, die ein Treffen mit dem Fürsten vereinbart hat, um für Unterstützung für Maurizio zu werben. Der Fürst stellt Adriana den Grafen von Sachsen vor und Adriana erkennt, wer Maurizio tatsächlich ist. Mit Augenzwinkern erkennen die beiden die Maskerade und erneuern ihr Liebesgelübde.

Ma, dunque è vero  –  Tebaldi / del Monaco

 

Adriana rettet die Fürstin und entdeckt ein Geheimnis

Handlung: Michonnet taucht auf. Er wollte die Duclos sehen, um mit ihr das nächste Theaterstück zu besprechen und geht ins Nebenzimmer. Er trifft im Dunkeln auf eine Dame, die er nicht erkennt. Maurizio muss das Haus verlassen und bittet Adriana um jeden Preis zu verhindern, dass jemand erfährt, wer die Dame im Nebenzimmer ist. Er schwört ihr, dass das Ganze rein politisch begründet sei. Adriana öffnet die Türe und gibt der Unbekannten einen Schlüssel, welcher zum Garten führt. Im Wortwechsel erfahren die Frauen voneinander gegenseitig, dass sie in den Grafen von Sachsen verliebt sind. Ein hitziger Dialog entspinnt sich, der jäh durch die Ankunft des Fürsten unterbrochen wird. Die Fürstin kann unerkannt fliehen und Adriana fällt vom Schmerz getroffen in einen Sessel. Michonnet erscheint und gibt ihr ein rotes Armband, welches er auf dem Boden gefunden hat.

Eccolo aperta  –  Tebaldi / Simionato

 

 

 

 

ADRIANA LECOUVREUR AKT III

 

 

 

Handlung: Im Palast des Fürsten von Bouillon laufen die Vorbereitung zum Souper. Die Fürstin ist mittlerweile zurückgekehrt und sinnt nach Rache an der geheimnisvollen Rivalin. Sie bemerkt eine Puder-Dose. Der Fürst nimmt sie ihr weg, denn es handelt sich um ein Beweisstück, das er als Chemiker analysieren muss. Es handelt sich um eine hochgiftige Substanz. In der Fürstin reift der Gedanke, ihre Rivalin damit zu vergiften. Adriana tritt auf. Sie wird der Fürstin vorgestellt.

Commossa io sono  –  Scotto / Obraztsova

 

Die Fürstin erkennt die Stimme

Handlung: Entsetzt erkennt die Fürstin die Stimme. Um sie zu testen erfindet sie die Geschichte, dass Maurizio in einem Duell verwundet worden sei. Als Adriana einen Schwächeanfall erleidet, ist die Fürstin sicher, dass Adriana ihre Rivalin ist. Maurizio erscheint. Er wurde festgehalten und wurde freigelassen. Er bedankt sich bei der Fürstin, denn er denkt die Freilassung sei ihr zu verdanken. Er muss der Gesellschaft von einer seiner Heldentaten aus dem Krieg erzählen.

Die Geschichte von der Heldentat Maurizios ist ein einfaches Stück, aber eine glanzvolle Nummer.  Wir hören Sie von Placido Domingo, dem man den draufgängerischen Helden abkauft.

Il russo Mencikoff riceve l’ordine  –  Domingo

 

 

Handlung: Tänzer erscheinen und tanzen einen Hirtentanz.

Dormi, dormi, o pastorello


 

Handlung: Während des Balletts tauschen die Fürstin und Adriana Worte aus. Durch die gegenseitige Enthüllung des Veilchenstraußes und des Armbandes erkennen sich die beiden als Rivalinnen. Adriana wird gebeten nach dem Ballett etwas zu rezitieren. Sie wählt ein Stück aus, dessen letzter Satz vom Ehebruch handelt, dabei richtet sie sich offen an die Fürstin. Diese schwört Rache.

 

Die Aufnahme von Olivero der folgenden Szene stammt aus dem Jahre 1959 als sie 55-jährig kurzfristig für Tebaldi einsprang und einen Triumph errang. Sogar die Tebaldianer warfen die roten Nelken ihr zu. Ihre stimmliche Bühnenpräsenz in den deklamatorsischen Stellen ist gigantisch und das Orchester glüht vor Leidenschaft!

Giusto cielo! Che feci in tal giorno  –  Olivero

 

 

 

 

ADRIANA LECOUVREUR AKT IV

 

Adriana hat resigniert und sich vom Theater verabschiedet

Handlung: Im Haus der Adriana.

Preludio  –  Levine

 

Handlung:

So ch’ella dorme  –  Milnes

              

Handlung: Adriana begrüßt ihn. Sie ist zerfressen vor Schmerz und Eifersucht. Er bittet sie wieder ans Theater zurückzukehren. Nostalgisch erzählen die beiden von ihrer unglücklichen Liebe.

Amico mio…ti sembra insanità…io ne morro, lo sento  –  Tebaldi / Fioravanti

 

Handlung: Vier Schauspieler treten ein und gratulieren zu ihrem Namenstag. Die Schauspieler erzählen, dass die Duclos den Fürsten verlassen habe. Michonnet gibt Adriana ihre Halskette zurück, die sie verpfändet hatte, um Maurizio aus dem Kerker herauszulösen. Er erzählt ihr nicht, dass er sein Erbe dafür eingesetzt hat.

Una volta era un principe

 

Adriana ist verzweifelt – die morbide Stimmung des «Poveri fiori»

Handlung: Die Haushälterin überbringt einen Brief von Maurizio. Im Paket sind die vertrockneten Veilchen. Tief getroffen fühlt sich Adriana verhöhnt und verlassen.

«Poveri fiori» ist ein melancholisches Stück, mehr noch Cilea schreibt in der Partitur die Tempo Bezeichnung «andante triste». Zwei Stilelemente prägen diese Arie. Einerseits erzeugt der häufige Oktavsprung der Stimme (bspw. «Poveriꜛfiori») die Stimmung der Verzweiflung der Adriana und dissonante Akkorde im Orchester auf schweren Takteilen («primo») im Mittelteil erzeugen eine morbide Stimmung.

Eine der großen Künste der Callas war einzelnen Wörter und Noten Stimmfarben zu geben. Die Oktavsprünge dieser Arie gehen unter die Haut.

Poveri fiori  –  Callas

 

Wir hören eine zweite Interpretation dieser Arie. Eine treffende Beschreibung von Magda Oliveros Adriana lesen wir von Kesting: «Ihre Stimme hat die Wirkung eines schweren Parfüms, eines ästhetischen Aromas. Nie unternimmt es den Versuch, die schwierigste aller Posen einzunehmen: die der Natürlichkeit. Wenn sie «poveri fiori» singt, so sind die Zielnoten keine Gebärden mehr, sondern Affekt Posen wie bei einer den sterbenden Schwan tanzenden Ballerina.»

Es ist die Interpretation einer Diva (durchaus im positiven Sinne gemeint), «der Tragödin des Verismo», die der Arie ihren persönlichen Stempel aufsetzt.

Poveri fiori  –  Olivero

 

Maurizio eilt herbei – Adriana stirbt in seinen Armen

Handlung: In diesem Moment erscheint Maurizio, Michonnet hatte ihm geschrieben. Er fleht Adriana um Vergebung und um ihre Liebe an. Adriana glaubt Maurizio nicht, doch als er um ihre Hand anhält, sind die Dämme gebrochen. Plötzlich erfasst Adriana ein Schütteln, ihr Gesicht erblasst. Sie erzählt von den Veilchen. Michonnet erkennt sie und realisiert, dass sie von der Fürstin vergiftet und geschickt wurden. Das Gift wirkt schnell und Adriana beginnt zu phantasieren. Sie stirbt in den Armen von Maurizio.

Ove, dunque son io…Scostatevi profani  –  Olivero

 

 

 

 

 

 

 

Aufnahmeempfehlung der Oper ADRIANA LECOUVREUR

 

DECCA, Renata Tebaldi, Mario del Monaco und Giulietta Simionato unter der Leitung von Franco Capuana und dem Orchester und Chor der Accademia di Santa Cecilia, Rom.

 

 

 

Peter Lutz, opera-inside, der online Opernführer zu ADRIANA LECOUVREUR von Francesco Cilea.

 

 

 

 

 

 

 

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