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Norma ist eine wirkungsvolle Oper, die im heroischen Geist ihrer Zeit geschrieben worden ist. Eine Geschichte voller Leidenschaften und mit einem tragischen Ende. Was Lucia di Lammermoor für Donizetti war ist Norma für Bellini, es ist sein Signatur-Werk und vielleicht das grösste Werk der Belcanto-Ära.


 
 
 

 
 

 

Normas berühmte Arie «Casta Diva»

Die Arie spielt in einer mondbeschienenen Nacht. Bellinis Orchester- Begleitung ist einfach, jedes Wort ist durch die Zurückhaltung der Orchestrierung verständlich und gibt der Bedeutung des Textes und damit dem Ritual der Druiden eine dramatische Bedeutung.

Die Arie wurde in enger Zusammenarbeit mit Giuditta Pasta, der Sängerin der Uraufführung geschrieben. Nicht weniger als neun Entwürfe soll Bellini geschrieben haben. Mit Pasta hatte er schon die Partie der Amina in «La sonnambula” entwickelt. Ursprünglich hat Bellini die Arie in G-Dur geschrieben. Aber die Pasta wünschte sie etwas tiefer. Sie wurde seither in der Regel in der F-Dur Variante (also einen Ton tiefer) gesungen.

Bellini hat eine Begleitung mit einem fixen Begleit-Muster geschrieben. Ein wogender 12/8 Takt erlaubt der Singstimme die Freiheit des Rubatos, die Stimme schwebt über dem Orchester und die Sängerin kann so der Arie ihre Prägung geben. Verdi sprach von der «langen Melodie» Bellinis, die von der Sängerin perfektes Legato und den langen Atem erfordern. Man weiß, dass Bellinis Stil Chopin inspiriert hat. Viele seiner Nocturnes sind exakt in dieser Art geschrieben:

Aria, Casta Diva, Bellini, Norma

 

Casta Diva wurde zu einer der größten und bedeutendsten Arien des Belcanto. Die Kombination eines breitangelegtes Crescendos und einer sich höherschraubenden Melodie bewegen den Hörer und ergeben zusammen mit dem Zauber der Mondnacht ein stimmiges und packendes Tongemälde.

 

Die Einspielung stammt von Maria Callas aus der Gesamt-Aufnahme mit dem Dirigenten Votto, einer Live Aufnahme. Die Kantilene flutet, und das hohe B ist wunderschön gesungen.

Casta Diva – Callas

 
 
 

 
 

 

Das große Terzett mit einer Stimme wie ein brennender Pfeil

In Norma haben Verzierungen der Gesangsstimme nicht die Virtuosität als Ziel (wie bei Rossini), sondern sind Träger von Gefühlen. In diesem Abschnitt ist es der Zorn Normas. Interessanterweise sagte man Giuditta Pasta auch nach, dass sie ihre Fiorituren sparsam einsetzte und sie nur dort verwendete wo sie einen dramatischen Zweck erfüllten.

Auch der Part von Pollione gehört aufgrund der schwierigen Verzierungen zu den anspruchsvollen Partien und erfordert eine stupende Singtechnik.

Wir hören das große Terzett des Aktschlusses mit drei großartigen Stimmen in der Callas Aufnahme von 1954. Man höre das gleißende Feuerwerk der Callas ab 2.30. Es ist ein Ton wie ein glutvoller Pfeil, einzigartig wie nur Callas es konnte. Beim Zuhören kann man spüren, wie sie ihre Stimme förmlich verbrannte.

Perfido! Vanne si, mi lascia indegno – Callas / Simionato / del Monaco

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Das große Duett der Norma und Adalgisa – «Mira, o Norma»

Mira o Norma: Es ist vielleicht das schönste und bekannteste Duett Bellinis, gesungen von den beiden Frauenstimmen von Norma und Adalgisa. Wieder lässt Bellini im ersten Teil das Orchester eine wogende Begleitung spielen und eine innige Melodie berührt den Hörer. Anschliessend singen die beiden Priesterinnen die Stimmen mit schönen Verzierungen im berückenden Terzabstand. Im zweiten, schnellen Teil synkopiert Bellini die Stimmen und fügt einen schönen Effekt mit den aufsteigenden punktierten Achtel-Skalen hinzu.

Wir hören ein kongeniales Paar in der Aufnahme von Marylin Horne und Joan Sutherland. John Steane der berühmte englische Kritiker meinte zu den beiden: «Die Partnerschaft von Horne und Sutherland ist die brillanteste in der Geschichte der Schallplatte.» Kesting meinte zu dieser Aufnahme: «In den Engführungen der Stimmen erleben wir eine Virtuosität, die nach dem Krieg ihresgleichen sucht.» Hören Sie beispielsweise den Schluss ab 5:14!

Mira, o Norma – Sutherland / Horne

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